MUS-E® an der Kurt-Tucholsky-Grundschule


Schuljahr 2017/18

Klasse 5a: Theater mit Helen de Bie

Theaterpädagogin Helen de Bie berichtet:

"Tommy ist ein neues Kind in der Klasse. Das kommt ja öfter vor, dass jemand Neues dazu kommt. Tommy allerdings trägt eine Mütze, die das ganze Gesicht verdeckt. Es gibt nur zwei Löcher für die Augen. Was in der ersten Woche passiert, die Tommy an der Schule verbringt, spielen wir in unserem Theaterstück. Literarische Grundlage für unsere Arbeit ist "Tommy Mütze" von Jenny Robson.

 

Die Kinder kennen die Situation sehr gut, dass jemand neu ist. Sie kennen es auch gut, sich selbst fremd oder ausgeschlossen zu fühlen. Und sie spielen gerne. Jeden Donnerstag bauen wir neue Szenen für das Stück, das wir im Juni in der Schule vor Publikum präsentieren werden. Letzte Woche haben wir uns überlegt, warum Tommy wohl die Mütze trägt. Hat er üble Verbrennungen im Gesicht? Ist er ein Prommi, der unerkannt bleiben will? Oder ein Geflüchteter, der illegal hier ist? Schämt er sich vielleicht einfach und mag es nicht, angeschaut zu werden? Vielleicht ist er ja doch einfach ein Bankräuber, der seit dem letzten Überfall auf der Flucht vor der Polizei ist?

 

Phantasie ist genug da, um anschaulich zu spielen, wie es Tommy wohl geht. Manchmal regiert das Chaos, es ist laut, draußen schneit es und wichtige SpielerInnen sind krank. Dann ist Tommys Fußball-Sieg auch im Theaterspiel hart umkämpft und ich bin sehr dankbar, dass mich zwei sehr engagierte Lehrerinnen unterstützen. An anderen Tagen, reden wir darüber, wie es ist, wenn man selbst neu ist und was das für diejenigen bedeutet, die schon lange hier sind. Die Kinder haben zu diesen Thema viel zu sagen. Schließlich gibt es in jeder Familie ganz eigene Migrationserfahrungen, die in die selbstentwickelten Szenen einfließen. Und auch ich gehe nachhause mit den Gedanken, wieder was dazugelernt zu haben."
 

März 2018, Helen de Bie (Theaterpädagogin)


Schuljahr 2016/17

Klasse 4a: Puppen-Tanz-Theater

Mit Fernando Pérez Molinari (Skulptur/Puppenbau) und Tabea Langmann (Tanz)

"Mit den Kindern der Kurt-Tucholski-Schule begannen wir im November 2016 unser Tanz-Theater-Puppen Projekt. Am Anfang kamen die Schüler dabei zum Teil das erste Mal mit Theaterübungen- und -spielen in Kontakt, die ihnen Raum gaben für Bewegung, kreativen Ausdruck und Spaß. Im nächsten Schritt bauten wir gemeinsam die leuchtenden Puppen und Masken.

 

Die Arbeit mit den Händen, das Formen der Objekte, das Kleistern und das Bemalen förderte die Kreativität der Kinder. Mit viel Phantasie kreierten sie ihre eigenen Wesen und Geschöpfe. Durch Tanz und Bewegung wurde diese dann zum Leben erweckt.

 

Die Kinder nahmen in jeder Phase des Projekts mit Freude teil und überwanden anfängliche Skepsis, die in Bezug auf den körperlichen Ausdruck und den Tanz manchmal bestanden. Sie arbeiteten aktiv am Aufbau der Choreografie mit und erkundeten mit Neugier die verschiedenen Möglichkeiten, die die Technik der Figurenherstellung bot. Es entstand eine Geschichte aus Licht, die in einem dunklen Raum mit der Aufführung zum Leuchten kam. Auch die Kinder strahlten zufrieden, als ihre Eltern nun die Ergebnisse von einem gemeinsamen halben Jahr gesehen hatten.

 

Eine sehr schöne Erfahrung!"