MUS-E® in Düsseldorf

Katholische Grundschule Höhenstraße

Regionale Koordination: Gabriele van Daele

Unsere "älteste" MUS-E-Schule!

Bereits seit 1999 ist MUS-E an der KGS Höhenstraße aktiv. Damit ist die Katholische Grundschule Höhenstraße die älteste MUS-E-Klasse! In der Regel arbeiten drei verschiedene Künstler aus den Bereichen Tanz, Musik und Bildende Kunst in eine Schulhalbjahr parallel mit Kindern in drei verschiedenen Klassen. Mit dabei sind Alexander Maczewski (Musik/Percussion), Sabine Brockhaus (Bildende Kunst) und Gisela Happe (Bildende Kunst). Über die Jahre haben sich feste MUS-E-Tage an der Schule etabliert: dienstags und donnerstags laufen die Kinder in Malkitteln durch das Haus, Trommelklänge erschallen und in der Turnhalle wird zu Musik getanzt. LehrerInnen, ErzieherInnen, Eltern und Kinder sind gleichermaßen begeistert und können sich eine Schule ohne MUS-E gar nicht mehr vorstellen. Die Kunstwerke werden immer wieder intern und auch extern ausgestellt, die Percussiongruppe wird zu Vorführungen eingeladen und die Tänzer zeigen ihr Können bei schulischen und außerschulischen Festen.

MUS-E® und Spracherwerb

Seit 2015 arbeitet die MUS-E-Künstlerin Sabine Brockhaus auch mit Flüchtlingskindern der Katholischen Grundschule Höhenstraße in Düsseldorf. Ein hoher Anteil der Schülerinnen und Schüler kommen aus den unterschiedlichsten Ländern. Das künstlerische Angebot entwickelt sich aus den Themen des Sprachunterrichts. Geht es beispielsweise im Sprachkurs um das Thema "Wohnen", dann gestalten die Kinder in der MUS-E-Zeit bunte Zimmer in Schuhkartons. Die Kinder malen, basteln und bauen gemeinsam und setzen ihre Ideen und Gedanken in kleinen Kunstwerken um. Der Spracherwerb wird auf diese Weise automatisch gefördert, ohne dass die Kinder bewusst trockene Vokabeln oder sprachliche Strukturen lernen müssen. Denn Sprachanlässe gibt es bei der praktischen Arbeit genug. Den Schülerinnen und Schülern macht die kreative Arbeit sehr viel Freude. Sie helfen sich gegenseitig und sind wahre Meister im Teamwork.



Schuljahr 2018/19

2. Halbjahr: Meine Stadt

Die Sprachlehrerin der Seiteneinsteiger Klasse (Kinder ohne oder mit nur sehr geringen Kenntnissen der deutschen Sprache) und die MUS-E Künstlerin Sabine Brockhaus boten für die Schüler*innen das Projekt "Meine Stadt" an. Nach einem Rundgang durch das Viertel wählten die Kinder Geschäfte aus, deren Produkte bei ihnen ein gutes Gefühl erzeugten, und bauten ein einfaches Ladenlokal aus Pappe. Das Ladenlokal stand als Kulisse für die verschiedenen Geschäfte. Danach stellten die Kinder Schilder und Spielmaterialien aus unterschiedlichen Materialien her: lustige Blumen aus Krepp-Papier für den Blumenladen, Backwaren aus Salzteig für die Bäckerei, phantasiereiche Pizzen aus Papptellern für das italienische Restaurant und Eiskugeln aus Küchenkrepp und Kleister. Anschließend hatten alle viel Spaß beim Spielen und Sprechen.


Was wurde erreicht?

  • Erlangen von mehr Sicherheit im alltäglichen Leben außerhalb der Schule
  • Wecken einer neuen Selbstsicherheit unter den Kindern
  • Abbau von Hemmungen beim Sprechen
  • spielerisches Üben der deutschen Sprache
  • große und berührende Solidarität unter den Kindern

"Das ist voll cool hier."

- Ayham

"Ich habe gestern echt Eis geholt, für meine Schwester auch. Ich kann das jetzt."

- Khadija


2. Halbjahr: Alles Pappe, oder was?

Anlässlich des Sachunterrichtsthemas "Unsere Tierwelt" schlugen die Kinder der Klasse 2a vor, einen eigenen Zoo aus Pappe zu basteln. Im Klassenverband sammelten sie verschiedene Pappschachteln und erlangten im Umgang mit dem Material ein Gefühl für Körper und Volumen. Zudem lernten die Schüler*innen, wie aus Verbrauchsmaterial Neues entstehen kann. Gemeinsam mit der MUS-E Künstlerin Gisela Happe wurde besprochen, welche Schachteln sich als Körper, welche als Beine oder besser als Kopf eigneten und welche Proportionen sich durch die verschiedenen Größen ergeben. Nachdem die Einzelteile zusammengeklebt waren, wurden die Tiere angemalt. Zum Schluss kamen Details hinzu – Ohren aus Moosgummi, ein Schwänzchen aus Pfeifenreinigern oder Wolle und vieles mehr –; der Phantasie waren keine Grenzen gesetzt.

 


Was wurde erreicht?

  • Erlangen eines Gefühls für Körper und Volumen
  • gestalterisches Arbeiten mit unterschiedlichen Materialien
  • Stärkung des Wir-Gefühls innerhalb der Klasse

"Mein Dino sieht toll aus; ich nehme ihn mit nach Hause und spiele weiter."

- Jamil

"Ich nehme meine Giraffe mit nach Hause und bastele selber andere Tiere. Dann habe ich einen eigenen Zoo."

- Blerti

"Mir haben die MUS-E Stunden super Spaß gemacht, und der Klassenzoo ist uns richtig gut gelungen."

- Leah


1. Halbjahr: Trickfilm

Unsere Seiteneinsteiger (Kinder ohne oder mit nur sehr geringen Kenntnissen der deutschen Sprache) der KGS Höhenstraße arbeiteten zusammen mit der MUS-E Künstlerin Sabine Brockhaus an kleinen Geschichten, die mit Hilfe bewegter Bilder zum Leben erweckt wurden. Bei der Themenfindung waren der Phantasie keine Grenzen gesetzt. Die Kinder gestalteten für die Trickfilme passende Hintergründe mit Flüssigfarben, malten Figuren und schnitten sie aus. Es entstanden fünf wunderbare Trickfilme, die die Vielfalt des Mediums und der Teilnehmenden transportieren.


Was wurde erreicht?

  • Erproben der eigenen Kreativität am Medium Trickfilm
  • Kennenlernen der Techniken und Begriffe
  • Übung des sprachlichen Ausdrucks
  • Kennenlernen von neuen Wörtern im Zusammenhang mit dem Thema "Trickfilm"
  • Steigerung des Selbstwertgefühls
  • Freude am kreativen Arbeiten

"Mir hat es gut gefallen, dass ich mir die Geschichten selbst ausdenken durfte."

- Anteo

"Ich habe richtig viel über Filme machen gelernt. Einen Trickfilm selber machen hat großen Spaß gemacht."

- Samuel

"Können wir nicht jeden Tag MUS-E mit Frau Brockhaus haben?"

- Emmi



1. Halbjahr: Herbstwald

Gemeinsam mit der MUS-E Künstlerin Gisela Happe sammelten die Kinder nach einem Ausflug in den Grafenberger Wald Materialien, passend zum Thema "Herbstwald". Im Unterricht konnten Unterschiede zwischen Bäumen, Blättern und Zweigen festgestellt werden. In einem weiteren Schritt wurden die verschiedenen Farbtöne des Herbstwaldes mit Malfarben nachgeahmt. Als wunderbares Endprodukt entstand in diesem MUS-E-Schulhalbjahr eine Aquarell-Malerei mit Collage- und Montageelementen zum Thema "Herbstwald".

 

"Im Wald war es ganz toll. So viele unterschiedliche Herbstfarben habe ich noch nie gesehen."

- Mohamed, Teilnehmender


 

Was wurde erreicht?

  • Kennenlernen von unterschiedlichen heimischen Pflanzen
  • Entwickeln eines Verständnisses für die Farbenlehre
  • Faszination für die Natur wurde geweckt
  • Erproben der eigenen Kreativität
  • Stärkung des Selbstwertgefühls

"Mir hat es besonders gut gefallen, die Grün-Brauntöne zu mischen. Jedes Mal wurde es anders."

- Sarah, Teilnehmende

 

"Ich freue mich immer auf die MUS-E Stunden. Irgendwie gibt es immer etwas Besonderes."

- Achmed, Teilnehmender



Schuljahr 2017/18

Wohnliche bildende Kunst mit Sabine Brockhaus

Sabine Brockhaus berichtet:

Das zweite MUS-E Halbjahr stand bei uns ganz im Zeichen des Themenschwerpunktes „Wohnen“. Die Kinder wünschten sich für ihren Raum, in welchem der Sprachunterricht stattfindet, eine große und gemütliche „Bude“, in den sie sich auch zurückziehen könnten. Daraus entstand ein wirkliches Großprojekt, in welchem die Kinder jede Menge handwerkliches Geschick und Kreativität zu Tage förderten, um aus zwei großen Kartons von Gefrierkombinationen eine ansehnliche und gemütliche Bude zu entwickeln. Da wurde geplant, gemessen, geschnitten, geklebt und geschraubt, tapeziert, gemalt und zu guter Letzt auch noch eine Dachkonstruktion geplant und ausgeführt. Nun ist der Herzenswunsch der Sprachkinder Wirklichkeit – die Bude steht und alle sind sehr stolz auf das, was sie mit vereinten Kräften gemeistert haben. Sofort wanderte so manches Lieblingsbuch und die Legokiste in die Bude, denn in ihr kann man super entspannen und spielen und lesen.

Was die Kinder sagen ...

Memmet: MUS-E ist toll, weil wir so viel selbst entscheiden können.

Lian: Wir sind sehr stolz, dass unsere Bude fertig ist.

Soraya : Unsere Bude ist sehr ruhig und gemütlich.



Plastische Spielfiguren mit Gisela Happe

Der Wunsch der Kinder, etwas Plastisches zu gestalten , brachte uns auf die Idee, mit den Kindern Köpfe aus Pappmaschee zu formen, um mit diesen am Ende eine kleine Geschichte zu inszenieren.

Als Erstes mussten die Kinder an das Material herangeführt werden und versuchen aus undefinierter Masse die Merkmale eines Gesichts wie Nase und Ohren zu formen. Dabei war ihnen völlige Freiheit gelassen, Aufgabe war nur, einen Typus zu entwickeln -sei es die Oma, den Polizisten oder das Monster. Eine Gruppe entschloss sich, die ganze Schlumpf-Familie zu gestalten, andere interessierten sich mehr für Monster und Aliens. Es gab aber auch einige Tiere - ein Krokodil, einen Vogel und mehrere Katzen. 

Die fertige plastische Form wurde dann entsprechend angemalt und mit Haaren, Bart und weiteren Accessoires wie Brille, Hut, Mütze, Schleier und so weiter versehen.

Zum Schluss konnte sich jedes Kind für seine Figur einen passenden Namen ausdenken und aus der großen Stoffkiste etwas für das Kleid aussuchen. Dieser Stoff wurde zum Kleid und verdeckte mit zwei Löchern versehen, die Spielhand wie eben auch bei richtigem Kasperle Theater. Dann bildeten die Kinder kleine Gruppen, die sich aus den Charakteren ergaben und erfanden wilde Geschichten, die zum Schluss des Schuljahrs mit größter Begeisterung einander vorgestellt und gespielt wurden.

Schließlich wanderten die meisten Puppen dann nach Hause zu den Kindern, weil sie sie so liebgewonnen hatten und viel Arbeit in Ihnen steckte. Einige Kinder aber entschlossen sich, ihre Figuren zum weiteren Spiel in der Klasse zu belassen, um vielleicht auch mal das ein oder andere Konflikt-Thema spielerisch zu bewältigen.

Allen hat es viel Geduld bei der Arbeit abgefordert, aber die Freude über das gelungene Ergebnis überwiegt eindeutig!

Die Kinder berichten:

Mohamed:  In den Pausen haben wir oft mit den Figuren in der Klasse gespielt. Ich war am liebsten der Polizist.

Ayu: Einmal haben wir mit der Klassenlehrerin auch unseren Pausenstreit nachgespielt.

Sahra: MUS-E ist toll, weil wir verschiedene Materialien kennenlernen.


Karneval in Düsseldorf mit MUS-E®

Musik mit Alexander Maczewski & Bildende Kunst mit Gisela Happe

Auch in diesem Jahr organisierte die KGS Höhenstraße an Altweiber einen eigenen Karnevalszug im Stadtteil Oberbilk und lud dazu auch die umliegenden Kitas ein.

 

Die Kinder der MUS-E-Klasse bauten mit der Künstlerin Gisela Happe monatelang einen eigenen Karnevalswagen mit einer großen Giraffe aus Pappmache. Dafür ernteten sie viel Applaus von den Zuschauern am Straßenrand. Auch der Musiker Alexander Machewski ging mit seiner MUS-E-Percussion-Truppe mit dem Karnevalszug mit. Am Oberbilker Markt und am Hauptbahnhof präsentierten die Kinder in einer eigens eingeübten Rhythmusshow ihr Können. Das machte richtig Stimmung und alle Kinder der Schule klatschten mit.

 

Alina: "Ich freue mich so sehr auf den Karnevalsumzug" Er macht immer viel Spaß und dieses Jahr darf ich den MUS-E Wagen ziehen."

Koran: "Ich kann schon richtig gut trommeln und vielleicht bekomme ich von meinen Eltern eine eigene. So macht Musikmachen richtig Spaß."



Musik/Percussion

Mit Alexander Maczewski

Auch in diesem Schuljahr experimentiert unser Profimusiker Alexander Maczewski wieder mit einer MUS-E-Klasse. Wir hoffen in Kürze einen akustischen Eindruck vermitteln zu können!

Bildende Kunst

Mit Gisela Happe

Auf Wunsch des Lehrers wurde in diesem Halbjahr im 1. Schuljahr mit einem "Schreibtanz" begonnen. Das ist eine Übung zur Lockerung des Handgelenks und zur Förderung des beidhändigen Malens. Darüber hinaus wird die Fertigkeit der Formengebung angeregt, die als Voraussetzung zum kreativen Gestalten gesehen wird. Das Thema ist bereits in vergangenen Schuljahren auf Begeisterung gestoßen, so dass sich die Lehrer der Schule eine Fortbildung mit der MUS-E-Künstlerin Gisela Happe wünschen. Auf diese Weise können die Lehrer die Methode "Schreibtanz" eigenständig in ihrem Unterricht anleiten. Von der MUS-E Klasse zur MUS-E Schule!

Die Schreibtanz-Methode

Mit Hilfe von Musik, Rhythmen, Spielen und Phantasiezeichnungen lernen die Erstklässler in Vorbereitung auf das Schreiben, eine fließende und zusammenhängende Schrift spielerisch zu entwickeln. Durch die Schreibtanz-Methode üben die Kinder die Ausbalancierung des Körpers, der Augen und der beiden Gehirnhälften ein und entwickeln dabei ein besseres Körpergefühl und Gefühl für das Ganze. Die künstlerisch-motorischen Übungen erhöhen darüber hinaus die Konzentration der Kinder, fördern ihre schöpferischen Kräfte und führen zu einem freudigen Erleben des Schreiben Lernens.

Sprachförderung

Mit Sabine Brockhaus

Im ersten Teil des Halbjahres hat Sabine Brockhaus mit ihren SE-Kindern für den Adventsbasar Wichtelmännchen aus Tannenzweigen gestaltet.

Nach den Weihnachtsferien nahmen sie sich das Thema "Wohnen" vor ...


Projekt: "Unsere eigene Bude"

Aus dem Sprache -Thema „Wohnen“ entstand bei den Kindern der Wunsch nach einem eigenen Raum für sich ganz alleine, wo sie sich in der Schule auch mal ausruhen können. Das Sofa reichte den Kindern nicht. Sie wollten ein richtiges Dach über dem Kopf. So entstand die Idee der „Bude“.

 

Skizzen wurden angefertigt,  Baumaterial wurde verglichen.  Die MUS-E-Klasse entschied sich für stabile Wellpappe. Die Bude nimmt mit Fenstern und Tür Gestalt an. Die Innenwände wurden bereits im lustigen Tapetenmix aus Mustertapetenbüchern tapeziert. Nach Abschluss des farbenfrohen Außenanstrichs wagen sich die Kinder an das Zusammenbauen. Alle Kinder arbeiten mit großer Freude, kreativen Ideen und Durchhaltevermögen an ihrem Wunsch.

 

Wenn die Bude steht, werden die Kinder sie auch innen nach ihren Wünschen einrichten. Was jetzt allerdings schon klar ist: in ihrer Bude wird es einen Sternenhimmel zum Träumen geben ...


Lea: "Wir sind bald die einzige Klasse, die eine eigene Bude hat!" Anna: "Unsere Bude ist so schön, weil wir alles selber aussuchen durften."