MUS-E® an der Friedrich-Ebert-Grundschule


"Theater + Künste in die Schule"

In Kooperation mit der Theater- und Spielberatung Baden-Württemberg e.V., gefördert von BASF

Im zweiten Schulhalbjahr 2017/18 dürfen sich die Kinder der Klasse 1b der Friedrich-Ebert-Schule Mannheim über die den Start des auf zwei Jahre angelegten Kooperationsprojekts Theater + Künste in die Schule freuen. Zum ersten Mal arbeiten in jedem MUS-E-Halbjahr zwei Künstler zusammen. In Kooperation: MUS-E Deutschland e.V., Theater- und Spielberatung Baden-Württemberg e.V.

 

Über zwei Schuljahre wird im Regelunterricht in einer Doppelstunde pro Woche ein Theaterpädagoge mit der Klasse arbeiten. Unterstützt wird er in jedem Halbjahr durch einen Kunstschaffenden einer anderen Sparte (Musik, Tanz, Malerei, ...). Theaterpädagoge und Kunstschaffender planen gemeinsam die Einheiten und führen diese im Team durch. Am Ende eines Halbjahres präsentieren die Kinder ihren Mitschülern, Familien und Freunden die Ergebnisse. Nach einem Schuljahr wechselt der Theaterpädagoge, nach jedem Halbjahr wechselt der Kunstschaffende und damit die zusätzliche Sparte.

 

Durch den Spartenwechsel, der dem bewährten MUS-E-Konzept entspricht, können sich die Kinder in verschiedenen Künsten ausprobieren, dabei neue Ausdrucksformen und Begabungen entdecken. Durch die nachhaltige übergeordnete theaterpädagogische Arbeit bleibt ein vertrauter Rahmen mit bekannten Übungen, Spielen und Präsentationsformen erhalten.

"Gemeinsam Neues schaffen"

Ein Förderprogramm der BASF

Unser Verein freut sich in Kooperation mit der Theater- und Spielberatung Baden-Württemberg e.V. und der Friedrich-Ebert-Schule Mannheim zu den Gewinnern der Ausschreibung Gemeinsam Neues schaffen in der Kategorie "Integration und Teilhabe" zu gehören.

Unser Verein freut sich auf die Kooperation und auf die neuen Erfahrungen, die wir durch die Kombination der Kunstsparte Theater mit anderen Künsten sammeln werden.

 

Projektleitung MUS-E: Katja Körber, Kerstin Weinberger

Projektleitung Theater- und Spielberatung: Christiane Daubenberger


Die Preisverleihung im BASF-Gesellschafterhaus


Einen ausführlichen Projekt über alle Gewinner-Projekte finden Sie auf der Webseite der BASF.


Schuljahr 2017/18

THEATER + PERCUSSION mit Felicitas Vajna und Cris Gavazzoni

Regionale Koordinatorin Kerstin Weinberger berichtet:

"Es war für mich heute ein ganz besonderes Erlebnis zwei Künstlerinnen in einer Klasse zu erleben. Die MUS-E Stunde begann mit einem spielerischen Intro durch ein gemeinsames Spiel der Percussionistin und der Theaterpädagogin über das Aufstehen und Ankommen. Die Kinder beobachteten aufmerksam das Schauspiel von Felicitas Vanja, das durch die klangliche Begleitung der Percussionistin Cris Gavazzoni begleitet wurde. Sofort waren die Kinder im Thema und folgten lebhaft und mit großer Freude den Rhythmusübungen und den pantomimischen Übungen der Künstlerinnen. Auch die Lehrerin Felicitas Elling war mit Inbrunst dabei, was die Kinder sehr motivierte. Beim anschließenden szenischen Spiel nach einer literarischen Vorlage "Die Königin der Farben", was die Kinder unter der Anleitung der Künstlerinnen mit Schauspiel und rhythmischen Klängen, durfte ich beobachten wie eine wunderbare Gruppendynamik entstand. Die Künste zu verbinden Farben und Gefühle musikalisch auszudrücken war hier eine besondere Herausforderung für die Kinder."


Die Künstlerin Felicias Vajna erzählt von Ihren Erlebnissen:

"Zu Beginn blicke ich auf eine neugierige erste Klasse und teile die Schüler*innen unterbewusst in die Kategorie ‚laut, geringe Aufmerksamkeitsspanne und ruhig, gute Konzentrationsfähigkeit‘.

Im Laufe der sechs Monate erlebe ich viele positive Überraschungen und lerne tolle Facetten an den Kindern kennen: Von guten Impulsgebern, tollen Improvisationsfähigkeiten, kreativen Spieler*innen bis überfeinfühligen Darstellungen, humorvoller Mimik und sinnliches Schauspiel. Die Faszination der Kinder über die schauspielerischen Improvisationen wächst mit jeder Einheit, siezeigen sich von einer sehr engagierten und wissbegierigen Seite.

Sie spüren und genießen ihre Körper in Fantasiereisen, sie benennen ihre Gefühle, lernen ohne den Einsatz von Worten zu zeigen, was sie empfinden und sie entdecken die Kraft der Körpersprache und des körperlichen Ausdrucks.

Ein Junge, der siebenjährige Enes, bringt es auf den Punkt: ‚Es ist so toll, mit Nichts alles darstellen zu können!‘"


Stimmen aus der MUS-E-Klasse

Kinder: "Es hat Spaß gemacht zuzusehen wie die Kinder die Königin gespielt haben. Es ist schön so viele Instrumente kennen zu lernen. Die Namen der Instrumente klingen so toll."

Theaterpädagogin Felicitas Vajna: "Was ich inspirierend finde, ist es durch gemeinsame Arbeit die Chance zu haben die ausgetretenen Wege zu verlassen und die klassischen Methoden durch Neue aus der Musik zu ersetzten. Es ist interessant für mich zu erfahren, dass wir so gut zusammenarbeiten können. Durch die Kooperative Arbeit können wir so gut auf die Gruppe reagieren."

Percussionistin Cris Gavazzoni: "Es ist gut, dass wir in einer ersten Klasse angefangen haben. Da kann sich noch so viel entwickeln. Die Kinder werden die Welt nach dem Projekt ganz anders sehen. Das würde ich mir auch für meine Kinder wünschen."

Beide Künstlerinnen sind sich einig: "Wir können bei diesem Projekt sehr viel voneinander lernen und können einen neuen Blick auf unsere pädagogische Arbeit werfen. Durch den ständigen Dialog entstehen neue Ideen, die wir auch für unsere künstlerische Arbeit woanders einsetzen können."



Interview mit der Klassenlehrerin Felicitas Elling

Was hat sich für Dich in der Klasse verändert?

"Die Kinder und ich freuen uns jeden Montag auf die MUS-E-Stunde. Vor dem Projekt war es montags immer anstrengend, die Schüler nach dem Wochenende wieder in den Schulalltag zu führen. Jetzt kommen sie in der Schule an, nach dem Erzählkreis, dem Frühstück und der Hofpause finden direkt die beiden MUS-E-Stunden statt. Einige Schüler zeigen sich mir in den Stunden anders als im bisherigen Unterricht. Ein Schüler, der sichbisher  kaum am Unterricht beteiligt hatte, macht sehr motiviert in den MUS-E-Stunden mit und nimmt diese Motivation auch mit in den restlichen Unterricht der Woche. Er beteiligt sich seitdem aktiv am Unterricht. Er hat auch blockiert, wenn er wütend oder beleidigt war. Dann ist er in den Pausenhof gerannt und hat sich von der Klasse entfernt und hatte große Schwierigkeiten sich wieder der Gruppe anzuschließen. Wenn er jetzt beleidigt ist, ist er schneller wieder ansprechbar und seine Probleme lassen sich klären. Mehrere stille Kinder trauen sich in den MUS-E-Stunden vor der Klasse etwas vorzuführen und sprechen und erklären im anderen Unterricht ungehemmter vor der Klasse. Auch ein Mädchen, das noch nicht deutsch spricht, versucht sich jetzt in Ein- oder Zweiwortsätzen mitzuteilen."

Wie ist es für Dich mit zwei Künstlerinnen zu arbeiten?

"Das Arbeiten mit den beiden Künstlerinnen ist eine absolute Bereicherung für den Unterricht! Ich lerne viel von den beiden Profis. Die Instrumente von Cris und das darstellende Vorspielen von Fee und ihre Dialoge faszinieren und motivieren die Kinder. Ich habe die Möglichkeit, mich um einzelne Kinder zu kümmern, ohne dass der Rest der Klasse einen „Leerlauf“ hat. Auftretende Probleme werden kurz besprochen, gemeinsam nach Verbesserungen gesucht und in der nächsten MUS-E-Stunde gleich umgesetzt. Was in der Schule nicht gleich geklärt werden kann, klären wir per Mail. Die Zusammenarbeit empfinde ich harmonisch und unkompliziert."

Wie wirkt sich MUS-E auf Deine pädagogische Arbeit aus?

"Kleine Elemente (Klatschspiele, Rhythmusübungen) aus den MUS-E-Stunden nutze ich während der Woche, um den Unterricht aufzulockern und die Konzentration der Kinder wieder herzustellen. Die MUS-E-Stunden geben mir die Gelegenheit die sozialen Interaktionen der Schüler genauer zu beobachten und darauf einzugehen. Die Inhalte der MUS-E-Stunden passen sehr gut zu den Unterrichtsinhalten der Grundschule (Gefühle benennen und darstellen, Klatschen im Silbenrhythmus…). Einige Inhalte geben mir Impulse für den anderen Unterricht, so möchte ich die Bilder, die wir zur „Königin der Farben“ malen werden zu einem Klassenbilderbuch binden. Die Kinder sollen zu ihrem Bild auch einige Sätze oder Wörter schreiben."


Presse

Artikel über die Gewinner-Gala im BASF-Gesellschafterhaus in Ludwigshafen am 16.03.2018

Download
180319_MaMo_GNS.PDF
Adobe Acrobat Dokument 2.9 MB
Download
180319_Rheinpfalz_GNS.PDF
Adobe Acrobat Dokument 2.5 MB