MUS-E® in Mayen

Grundschule Hinter Burg

Regionale Koordination: Eva Heuft


Die Grundschule Hinter Burg in Mayen in der Eifel ist mit aktuell fünf MUS-E-Klassen unsere derzeit größte MUS-E-Schule.

Presseberichte über MUS-E in Mayen finden Sie in unserem Pressebereich unter News & Infos.



Schulleiter Ch. Buschmann und sein Plädoyer für MUS-E

"Wenn wir Schule nicht nur als Lerninstitution sehen, in der Kulturtechniken und Grundlagen der einzelnen Fächer vermittelt werden sollen, sondern als einen Ort, an dem Bildung stattfindet, dann müssen wir als LehrerInnen und Schule insgesamt unsere Arbeit dementsprechend gestalten.

Ganzheitliche Bildung bedeutet für uns, dass Kinder und Jugendliche nicht nur mit Kopf und Verstand, sondern auch mit ihren Gefühlen und ihrer Seele als Verkörperung des Selbst wahrgenommen werden und deshalb auch in all diesen Bereichen Angebote erhalten müssen, um sich (weiter-) entwickeln zu können. Schule hat somit den jungen Menschen Perspektiven zu eröffnen, die es ihnen ermöglichen eine Idee vom Leben – von ihrem Leben – zugänglich zu machen. [...]

Deshalb ist es wichtig, dass in der Erziehungsarbeit der Kitas und Schulen wirkliche Beziehungen aufgebaut werden. Bildung und Lernen funktionieren vor allem dort, wo Menschen voneinander und von den Dingen berührt sind. Sie funktioniert vor allem dann, wenn wir bewegt sind und unser Herz öffnen, wenn das Glück die Seele streichelt. Bildung gelingt insbesondere, wenn Kinder sich von uns angenommen fühlen, aber auch von der Sache berührt sind, sich angesprochen fühlen und wenn sie Vorbilder haben, bei denen die Begeisterung sichtbar und spürbar ist und so der Funke überspringen kann. Dazu bedarf es Menschen, die Visionen haben, die authentisch einem inneren Antrieb folgen, die sich öffnen und für das, was sie tun und für den sie es tun „brennen“, sonst kann und wird der Funke nicht überspringen. 

Es bedarf aber auch einer guten Idee oder Sache, die man mit vollem Einsatz gestaltet, entwickelt und lebt. Für manche ist das die Musik, für andere die bildende Kunst oder Literatur. All das wird in der Idee „MUS-E“ umgesetzt. Menschen, die für ihre Sache brennen, reißen die Kinder in ihrer Begeisterung mit und offenbaren damit den Kindern neue Welten. [...]

 

Sie lernen, sich in und durch die Künste auszudrücken und mitzuteilen – und oftmals sagen diese Dinge mehr, als Worte jemals vermögen.

MUS-E überwindet überdies Sprachbarrieren. Kinder, die einer Sprache nicht mächtig oder in Sprache eingeschränkt sind (egal ob Schriftsprache oder verbal), haben hier andere Möglichkeiten, sich auszudrücken, mitzuteilen und somit mit den Anderen zu kommunizieren.

Hier entsteht ganz praktisch wahrhaftige Integration und Inklusion.

MUS-E überwindet alltäglich Grenzen, reißt Mauern ein, bietet damit eine starke Verbindung zwischen Kindern aller Nationalitäten und Religionen und ist somit ein Weg, Frieden zu schaffen, da sie Andersartigkeit als Gewinn und Bereicherung erfahren, statt als Hindernis.

Aber sie erfahren vor allem sich selbst. Dieses Selbstbewusstsein, das Sich-selbst-bewusst-sein, ist unabdingbar, um ein Selbstwertgefühl zu entwickeln. Denn Menschen, die ein gesundes Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein haben, haben die Grundvoraussetzung, um …

… leistungsbereiter und –williger zu sein

… nicht neidisch auf andere zu schauen und Missgunst zu entwickeln

… achtsamer mit dem Gegenüber zu sein

… Begabungen und Leistungen anderer wohlwollend anzuerkennen und die eigenen freudig ausschöpfen zu können.

[...] Wir haben MUS-e nicht gesucht ... aber es hat uns glücklicherweise gefunden!"

 

Download
Ein Plädoyer für MUS-E in den Schulen
Den gesamten, von Ch. Buschmann verfassten Text, können Sie hier downloaden.
Plädoyer für MUS-E_Buschmann.pdf
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Schuljahr 2017/18

Klassen 1a und 1c

2. Halbjahr: Bildende Kunst mit Christina Weise

Projekt: "Wie aus Müll Kunst und aus Natur Farbe wird ..."

Frau Weise berichtete den Kindern von ihrem Urlaub am Meer und zeigte Ihnen die dort entstandenen Fotos malerischer Idylle. Nach dem Frühstück kümmerten sich alle Kinder um die Beseitigung des Mülls, um im nächsten Schritt weitere Fotos vom Urlaub anzusehen, in denen die Verschmutzung des Meeres sehr gut zur Geltung kam. Die Kinder lernten spielerisch den Weg vom Haushaltsmüll bis ins Meer. Um das Problem weiter zu verdeutlichen, forderte Frau Weise die Kinder dazu auf, eine Woche lang ihren Frühstücksmüll aufzubewahren, um dann in der nächsten Woche ein Bild daraus zu gestalten. Frau Weise berichtet: "Ein MUS-E Kind aus dem Projekt war zu einer kleinen Feierlichkeit eingeladen, bei der jeder sein Glas für Getränke selbst mitbringen sollte. Eine Mutter brachte jedoch Pappbecher mit, worauf das Kind ganz laut sagte: "... und das landet dann alles im Meer!" 

In einer weiteren Einheit ist Frau Weise mit den Kindern raus in die Natur gegangen, um Materialien zur Farbherstellung zu sammeln. Nachdem Blumen, Blätter und ähnliches ihren Weg in die Sammelkörbe der Kinder gefunden hatten, kochte Frau Weise das Material in der schuleigenen Küche zusammen, um eigene Malfarben herzustellen. In der nächsten Woche durften die Kinder dann "Schilly", Frau Weises Schildkröte kennenlernen, die als Vorlage diente. Die Kinder malten zuerst mit Bleistift die kleine Schildkröte ab und  benutzen anschließend die selbstgemachten Farben, um das Bild bunt zu gestalten. Außerdem backten beide Klassen ihre eigenen Vollkornbrötchen, die allen sehr gut geschmeckt haben.


Klassen 1a und 1c

1. Halbjahr: Tanz mit Maria Köhler

Die MUS-E-Künstlerin Maria Köhler hatte sich zum Ziel gesetzt, spielerisch die Kinder in die Welt des Tanzes einzuführen und so nicht nur die Mädels sondern auch die Jungs zu erreichen.

 

Spiele wechselten mit kindgerechter Tanztechnik ab, um auch Körperbewusstsein, Körperhaltung und die Koordination zu fördern. Regelmäßig übten sich die Kinder wie richtige Tänzer im Training am Boden, lernten Tanzpositionen der Füße und Arme sowie konkrete Tanzfiguren im Raum.

 

Gemeinsam wurden Tänze einstudiert, z.B. der Körperteileblues und das Fliegerlied. Zwischendurch sorgten Pantomimenspiele für jede Menge Spaß.

Klasse 1b

1. Halbjahr: Bildende Kunst mit Christina Weise

Projekt: "Reise durch den Farbkasten, Sonnenblume, ein Stimmungsbild der Kinder."

 

Die Künstlerin Christina Weise berichtet: "Die Kinder reisten mit mir zusammen durch die Farbwelt. Zu jeder Farbe durften sie sagen, was ihnen dazu einfällt und diese Farbe auf ein Blatt malen. So entstanden sehr unterschiedliche Bilder, da die Farbtupfer von jedem Kind anders angeordnet worden. Zum Schluss entstanden Luftballons oder Gesichter aus den Tupfern. Die Sonnenblume malten die Kinder in ihren eigenen Farben. Mal bunt, mal blau usw. Wir fanden raus, was aus den Kernen alles gemacht werden kann. Die Kinder bekamen Sonnenblumenkerne zum Kauen und Brot zu essen. Wir haben gemeinsam Sonnenblumen ausgesät und die Kinder können jetzt ihren Pflanzen beim Wachsen zuschauen.

 

Um herauszufinden, wie sich die Kinder vor den MUS-E-Stunden fühlen und wie danach, habe ich sie ihre Stimmung am Beginn der Stunde in Farben malen lassen. Die meisten Kinder haben eine Farbe dafür benutzt. Am Ende der MUS-E-Stunden wurden die Bilder bunter, manche haben einen Regenbogen gemalt und gesagt, dass sie viel Spaß hatten."

Klassen 2a und 2b

1. Halbjahr: Musik mit Andreas Barth-Steinborn

Die MUS-E-Stunden in den beiden Parallelklassen starteten immer rhythmischem Klatschen und Gehen und einem Begrüßungsritual in den verschiedenen Muttersprachen der Kinder: "Guten Morgen, buna dimineata, good morning, buenos dias, sabah al kheir, günaydin, dzien dobry, dobri dien."

 

Es wurden Lieder, Geschichten und Gedichte zum Thema Herbst, Advent Weihnachten und Frühling erarbeitet. Auch die Kinder konnten eigene Vorschläge einbringen. Gesang, Rhythmus und Tanz wurden in Verbindung gebracht. Insgesamt gestaltete unser MUS-E-Künstler die Stunden bunt und kindgerecht: Nachdenkliche Erzählungen wurden mit Liedern kombiniert, Gedichte (z.B. "Unterm weißen Baume sitzend" von Heinrich Heine) mit rhythmischem Sprechen erarbeitet. Jede Menge Spaß hatten die Kinder auch bei den Gedächtnisübungen und den Geschicklichkeitsspielen zu den Themen Rhythmus und Körper.



Schuljahr 2016/17

Malerei, Bildhauerei, Tanz, Theater

Die Kinder der dreizügigen Klassenstufen 1 und 2 probierten sich in Malerei und Bildhauerei sowie in Tanz und Theater. Ganz besonders freuten sich die Theaterkinder auf ihr Mitwirken bei der Premiere des Kindertheaterstücks „Ronja Räubertochter“ der Burgfestspiele Mayen.

 

Die Ganztagsklasse der Stufe 2 arbeiten in 2016/17 mit dem freischaffenden Künstler und Bildhauer Guido Krämer. In den staubigen und körperlich intensiven MUS-E-Stunden entstehen Skulpturen aus Ytong und regional vorkommenden Tuff. Die Kinder berichten:

  • Sara: „Ich fand das Projekt toll, weil wir so schöne Sachen gemacht haben und es mir großen Spaß gemacht hat. Herr Krämer ist ein sehr netter Künstler. Am Anfang dachte ich, ich könnte den Stein nicht bearbeiten, aber dann habe ich es doch geschafft und das war wirklich ein schönes Gefühl!‟
  • Maxim: „Ich fand das Projekt gut, weil wir tolle Sachen gemacht haben. Herr Krämer hat uns immer geholfen. Am Ende hatte ich keine Probleme mehr.‟
  • Lea: „Ich fand es montags immer sehr schön. Am Anfang hat es immer weh getan, weil ich mir oft auf die Finger geschlagen habe. Und dann habe ich mich wirklich wie ein richtiger Steinhauer gefühlt. Ich habe mich immer sehr gefreut, wenn wir unsere Kunstwerke am Ende mit nach Hause nehmen durften.‟
  • Noel: „Ich fand das Projekt super, weil es mir großen Spaß gemacht hat. Das Beste war, dass man sich mal so richtig auspowern konnte und seine ganze Kraft benutzen konnte.‟