MUS-E® an der Carl-Schurz-Grundschule

Koordination: Jenny Schmiedel

Die Carl-Schurz-Grundschule in Spandau ist eine vierzügige Grundschule am Stadtrand Berlins. Die Schule befindet sich mitten in auf einem weitläufigen Waldgrundstück, das gleichzeitig als Schulhof genutzt wird. In diesem idyllischen Umfeld findet erstmals seit dem Schuljahr 2021/22 MUS-E® statt.

Die 4 MUS-E® Klassen an der Carl-Schurz-Grundschule in Berlin Spandau werden finanziert durch das Förderprogramm der Deutschen Postcode Lotterie. Wir danken von Herzen für die großartige Unterstützung!



Schuljahr 2021/22

2. Halbjahr: Video, Musik und Tanz

Die Klassen 3b und 3c beschäftigen sich mit einem Tanzprojekt, angeleitet von MUS-E® Künstlerin Katharina Iva Nagel. Ein Projekt aus der Sparte Video/Musik findet in den Klassen 3a und 3d mit MUS-E® Künstler Rubén Gonzaléz Escudero statt.

1. Halbjahr: In Bewegung – Der Zauberwald und die tanzenden Eisschollen

In der MUS-E® Klasse 3a stand die Entwicklung der eigenen Ausdruckskraft in der Tanzimprovisation mit MUS-E® Künstlerin Katharina Iva Nagel im Vordergrund. Mit verschiedenen Übungen trainierten die Schüler:innen die körperliche Selbst- und Gruppenwahrnehmung und experimentierten mit Raum, Rhythmus und diversen Bewegungsqualitäten. Die Kinder waren sehr wissbegierig, die Funktion unterschiedlicher choreografischer Prinzipien zu erforschen: Wiederholung, Pause, Gleichzeitigkeit und Gegensätze. Aus den vielfältigen Interessen und Ideen ist in der Klasse 3a ein Fokus auf Tanztheater-Elemente entstanden, der die Kinder mit Standbildern und Bewegungsabläufen kleine Szenen entwickeln ließ. 

 


Es war sehr schön zu sehen, wie motiviert und kreativ die Schüler:innen in der selbständigen Gestaltung waren. So wurden aus einer Aufgabe zu Bewegungqualitäten plötzlich ganz neue eigene Elemente entwickelt wie beispielsweise Lava, das Universum oder ein Wintersturm und anschließend tänzerisch äußerst präzise umgesetzt. Viele Kinder waren zu Beginn eher etwas ruhiger und schüchterner – so dass es besonders schön war zu sehen, wie sie nach und nach immer mehr aus sich herausgekommen sind.

Was wurde erreicht?

  • Finden des eigenen tänzerischen Ausdrucks
  • Verbesserung der kreativen Gestaltungsfähigkeit und der Konzentration
  • Mut, sich selbst vor anderen zu zeigen, aus sich herauszukommen
  • Festigung des Gruppenzusammenhalts
  • gegenseitige Unterstützung bei Herausforderungen 

„Die Choreographie zum Element Eis von uns besteht aus mehreren Teilen: Einige von uns sind die Eisschollen, die schmelzen, und andere von uns die Eisbären, die darauf versuchen voranzukommen“

„Das haben sie wirklich toll gemacht! Besonders die sonst so lauten Kerle – echt kreative Ideen!“

„Es ist schön, dass ich manche Kinder hier auch plötzlich ganz anders wahrnehmen kann als sonst im Unterricht und sie sich plötzlich ganz frei entfalten.“


1. Halbjahr: Reconnect – Wieder Zusammenfinden

Die Klasse 3d beschäftigte sich zusammen mit MUS-E® Künstlerin Katharina Iva Nagel im Projekt "Reconnect – Wieder Zusammenfinden" mit der Entdeckung der eigenen Ausdruckskraft und Bewegungsfreude. Mit Hilfe der Tanzimprovisation wurde die körperliche Selbst- und Raumwahrnehmung trainiert und mit Rhythmus, verschiedenen Bewegungsqualitäten und dem Zusammenspiel in der Gruppe experimentiert. Die Schüler:innen waren sehr motiviert und haben wunderbare eigene Ideen in Bewegungsforschung eingebracht. Ein zentrales Thema, das die MUS-E® Klasse begleitet hat, war die Frage, wie wir mit Tanz in Austausch treten und Verbindungen untereinander finden können – einen Raum zu erschaffen, in dem jede Individualität ihren Platz findet und wir doch auch gemeinsam etwas gestalten können. Das war gar nicht so einfach in einer großen Gruppe voller unterschiedlicher Charaktere! Daher waren alle auch sehr stolz, dass zum Ende des Projekts mehrere kleine Tanzszenen entstanden sind mit von den Kindern in Kleingruppen selbstentwickeltem Bewegungsmaterial. Zu Beginn steckte allen das letzte Lockdown-Schuljahr noch sehr in den Knochen – es gab viel Unruhe, Blockaden und Konkurrenz untereinander. Es war sehr schön zu sehen, wie die verschiedenen Kinder sich nach und nach immer mehr geöffnet haben, sich selbst und den anderen vertraut haben und die Freude am gemeinsamen Bewegen und auch das aufeinander Hören sich in den Imrpovisationsübungen entfaltet hat.

 

Was wurde erreicht?

  • Stärkung der tänzerischen Ausdruckskraft
  • Entwicklung kreativer Gestaltungsideen und einer Choreographie
  • Schulung der Koordination und Raumwahrnehmung
  • Entwickeln von Mut, Neues auszuprobieren
  • gesteigerte Geduld und Toleranz

„Ich dachte erst, es ist ganz komisch, nicht mit meiner Freundin zu tanzen, sondern mit einem Jungen – aber dann war es ganz normal, und ich habe coole neue Bewegungen gelernt!“

„Ich habe extra zu Hause trainiert, damit ich die verschiedenen Ebenen besser zeigen kann!“

„Es hat gut geklappt diesmal mit der Choreo, weil alle mitgemacht haben und niemand absichtlich Quatsch gemacht hat“

„Es war doch gut, dass ich mich getraut habe!“