MUS-E® an der Schillerschule

Koordination: Ingrid Schmidt-Wackerow

Die Schillerschule im Mannheimer Stadtteil Neckarau sollte schon im Schuljahr 2019/20 mit dem MUS-E® Programm starten, was jedoch aufgrund von Corona nicht möglich war. Im September des Schuljahres 2020/21 ging es dann aber endlich mit zwei Klassen los. Gefördert wurden die Projekte unter anderem von der BASF und dem Förderverein der Schillerschule Mannheim-Neckarau e.V.

Schuljahr 2022/23

2. Halbjahr: Einführung und Vertiefung von Tanzelementen

MUS-E® Künstlerin Lisa Kaiser erarbeitete mit der Klasse 3b zunächst die Basiselemente des Tanzes: Körper, Raum, Kraft und Zeit. In freier Improvisation oder mit Anleitung wurden verschiedene Möglichkeiten der Fortbewegung durch den Raum erprobt. Eine Partner:innenarbeit zeigte den Kindern, wie es ist, mit jemandem zu tanzen: Kann ich Vertrauen aufbauen? Wie interagiere ich tänzerisch? Wie bewegt sich ein anderes Kind? Mit dabei waren Kraft- und Stretchingübungen sowie Rhythmusübungen. Am Schluss wurde eine gemeinsame Choreographie erarbeitet.

 

Was wurde erreicht?

  • soziale Kompetenz durch Erfahrung mit Gemeinschaftsgefühlen
  • personale Kompetenz, indem Konzentration und Disziplin gefordert wurden
  • Stärkung des Selbstbewusstseins durch stetiges sich Verbessern 
  • Steigerung der Motivation und Lernfreude 
  • Entwicklung von Kreativität beim Gestalten eigener Tanzbewegungen 

"Tanzen ist wie Fliegen, es macht so viel Spaß!"

- Schüler

 

"Ich freue mich so, wenn Lisa kommt. Sie macht Sachen mit uns, die wir sonst nie machen. Es ist so schön."

- Schülerin

 

"Die Schüler:innen konnten beim Tanzen das Selbstwert- sowie das eigene Körpergefühl stärken. Bei dieser recht komplizierten Klasse bin ich erstaunt, wie offen und motiviert die Schüler:innen Lisas Angebote angenommen haben." 

- Klassenlehrerin Susanne Groeschel

2. Halbjahr: Empfindsames Hören und lebendiges Musizieren

Im Projekt "Empfindsames Hören und lebendiges Musizieren" erfuhr und produzierte die Klasse 3a gemeinsam mit MUS-E® Künstler Johannes Santos Geräusche aus dem Schulranzen und von Alltagsgegenständen. Hierbei wurden auch Orchesterinstrumente kennengelernt und selbst ausprobiert. Anhand des Werkes "Peter und der Wolf" von Sergej Prokofjew wurden die Figuren des Stückes nachgestellt und dabei eine Verbindung zwischen Klang und Charakter geschaffen. Rhythmische Choreografien und Rap, die das Taktgefühl entwickelten, durften hierbei natürlich nicht fehlen! In einem zweiten Block wurde gelernt, wie Sänger:innen an einer Akademie ihre Stimme ausbilden. Vor der Parallelklasse wurden dann die erlernten Lieder vorgesungen und dabei die aufgeregte Atmosphäre einer Generalprobe als Klassenerlebnis erfahren. Außerdem konnten Instrumente wie das Glockenspiel kennengelernt werden und Klang-bewegungsstücke (Audiopädie) geprobte werden – unter anderem zu Mozart und Beethoven.

 

Was wurde erreicht?

  • Erweiterung der fachlichen Kompetenz, was sich auch in den jeweiligen Präsentationen deutlich zeigte
  • große Fortschritte in Rhythmus- und Bewegungselementen
  • Konzentration beim Erarbeiten in Partner:innenarbeit am Instrument
  • deutliche Lernfreude und hohe intrinsische Motivation
  • personale Kompetenzförderung durch Einschätzen der eigenen Möglichkeiten

"Eine Vorführung, die liebevoll vorbereitet wird und bei der sich die Kinder wirklich wie Künstler:innen fühlen können, ist ein wichtiger Bestandteil des MUS-E® Halbjahres."

- MUS-E® Künstler Johannes Santos 


1. Halbjahr: Empfindsames Hören und lebendiges Musizieren

Im Fokus des Projekts mit MUS-E® Künstler Johannes Santos stand das Erfahren und Produzieren von Geräuschen mit Alltagsgegenständen aus dem Schulranzen. Die Kinder der Klasse 3b lernten Orchesterinstrumente kennen und selbst auszuprobieren. Gemeinsam wurde "Peter und der Wolf" von Sergej Prokofjew gehört. Jede Figur wurde mit Bewegungsspielen und Körperpercussions dargestellt und dabei eine Verbindung zwischen Klang und Charakter geschaffen. Über eine rhythmische Choreographie gelang es, Taktgefühl zu entwickeln, und es wurde mit "witzigen" Sätzen zu den Rhythmen gerappt. Die Audiopädie nahm auch hier wieder eine große Rolle ein: Als großes Orchester, in dem alle Schüler:innen ein Instrument haben, wurden Klang-Bewegungsstücke geprobt. Die erarbeiteten Werke konnten am Ende der Parallelklasse vorgeführt werden.

 

Was wurde erreicht?

  • Erweiterung der fachlichen Kompetenz 
  • Fortschritte in Rhythmus- und Bewegungselementen 
  • Konzentration beim Erarbeiten in Partner:innenarbeit am Instrument 
  • deutliche Lernfreude und hohe intrinsische Motivation 
  • personale Kompetenzförderung durch Einschätzen der eigenen Möglichkeiten 

"Eine Vorführung, die liebevoll vorbereitet wird und bei der sich die Kinder wirklich wie Künstler:innen fühlen können, ist ein wichtiger Bestandteil des MUS-E® Halbjahres." 

- Johannes Santos


1. Halbjahr: Erste freie Tanzerfahrungen – Angeleitete Improvisation

Pädagogische Kompetenz und eine geschickte Impulsgebung der MUS-E® Künstlerin Lisa Kaiser waren wesentlich für Motivation, Konzentration und Lernfreude bei den Kindern der Klasse 3a. Die Einheiten waren geprägt von angeleiteter Improvisation. Die Kinder sollten erfahren, was sie alles mit ihrem Körper machen können. Welche Bewegungen sind möglich? Wie fühlt es sich an, wenn man den Körper möglichst rund oder eckig formt? Welches Gefühl lösen schnelle oder langsame Bewegungen in mir aus? Was ist überhaupt alles möglich mit dem menschlichen Körper? Die Kinder durften erfahren, wie es sich anfühlt, in einer Gruppe zu interagieren und dennoch bei sich und den eigenen Bewegungen zu bleiben: sich nicht von den Bewegungen der anderen Kinder beeinflussen zu lassen, sondern eigene Wege zu finden, Bewegungen wirklich zu fühlen und zu erfahren. Die Schüler:innen übten sich in Rhythmus und Koordination. Besonders die "Fußballer:innen" der Klasse zeigten eine auffällige Entwicklung zu tänzerischen Bewegungen. Die Klasse erlernte verschiedene Schrittfolgen und präsentierte zum Abschluss eine kleine zeitgenössische Choreographie.

 

Was wurde erreicht?

  • den Körper in neuen Bewegungsformen kennenlernen, diese fühlen, akzeptieren und ausbauen
  • durch Akzeptanz der anderen Kinder selbstbewusst neue Bewegungsformen präsentieren
  • Förderung des sozialen Verhaltens durch verstärkte Wahrnehmung der anderen
  • Verstärkung fachlicher Kompetenz durch behutsames Anheben des Schwierigkeitsgrades

Schuljahr 2021/22

2. Halbjahr: Abstrakte Bilder – gefilzt aus bunten Farben

Die Kinder der Klasse 4b haben zusammen mit MUS-E® Künstlerin Ümmühan Türk die Techniken des Filzens kennengelernt und sich Kompetenzen des Textilen Gestaltens angeeignet. Filzen benötigt Geduld und Fingerfertigkeit. Farbige Kompositionen sind in Auseinandersetzung mit abstrakten Gemälden von Kandinsky und Klee entstanden. Fantastische Formen bildeten die Kinder aus dem Material Filz. Zunächst empfanden die Schüler:innen das Material ungewöhnlich, und sie konnten sich nicht vorstellen, was dazu entstehen kann. Aber dann kam der Spaßfaktor hinzu. Sie waren überrascht von den Bildern, die sie gestalteten. Landschaften oder abstrakte Formen – alles ist in diesem Projekt möglich gewesen.


2. Halbjahr: Architektur – Traumhäuser aus selbst geschöpftem Papier

Im Projekt mit MUS-E® Künstlerin Cynthia Wijono sollte jede:r Schüler:in der Klasse 4a sich im ersten Schritt Gedanken dazu machen, wie sein/ihr Traumhaus aussehen könnte. Dann wurde die Vorstellung davon mit Blei- und Buntstift auf Papier visualisiert. Diese Zeichnungen nutzte die Klasse, um möglichst getreue Miniaturmodelle der Häuser nachzubauen. Aus Zeitungspapier rollten die Schüler:innen verschieden lange Röhrchen, mit welchen das Grundgerüst gebaut wurde. Aus selbst geschöpftem Papier schafften die Kinder die Wände, und aus Papierbrei formten sie Miniaturmöbel für die Inneneinrichtung sowie für den Garten, die Swimmingpools etc. Im letzten Schritt wurden einzelne Elemente farbig bemalt und die Häuser mit zuvor gesammelten und gepressten Blättern und Blüten dekoriert. Am Ende hatten die Kinder ihr eigenes kleines Traumhaus aus einfachsten Materialien selbst entworfen und gebaut.

 

Was wurde erreicht?

  • Visualisieren und Umsetzen eigener Traumvorstellungen in Material
  • Statisches Denken und Fertigkeiten
  • Bildhauerische Kenntnisse (Wie schaffe ich aus einer weichen Masse eine geometrische Form?)
  • Umgang mit dem Material Papier
  • Beschäftigung mit dem Nachhaltigkeitsgedanken/das Arbeiten mit Wegwerfprodukten
  • Arbeiten an einem größeren künstlerischen Projekt während einer Zeitspanne von einem halben Jahr

1. Halbjahr: Tanz mit Lisa Kaiser

Die langjährige MUS-E® Künstlerin und Tänzerin Lisa Kaiser war seit September an der Schillerschule in den Klassen 4a und 4b aktiv. Nach dem beliebten Stopptanz als Warm-up und Übungen zum Thema "Raum und Staus" ging es darum, Posen und Moves zu entwickeln, die für eine Aufführung im Sommer sein sollten. Obwohl die Jungen in beiden Klassen das Tanzen anfangs ablehnten, haben diese sich gerade als besonders interessiert und kreativ entwickelt. Sie machten Vorschläge für Choreografien und waren sehr mutig im Ausprobieren von neuen Tanzperformances. Die Kinder haben in beiden Klassen eigene Ideen untergebracht und so besondere Tanzstile kennengelernt und sich dann auf den Urban Style spezialisiert, der es ihnen ermöglichte, eigene Posen und Bewegungselemente miteinzubringen. Die Kinder und ihre Lehrerinnen waren Feuer und Flamme für den Tanz. 


Sie lernten Bewegungsmöglichkeiten und Formen wie Staccato, Fließen, Schmelzen, aber auch Drehungen und das Halten von schwierigen Positionen, ohne zu wackeln. Das Rhythmusgefühl wurde mit Klatschen und Fußstampfen trainiert. Sie haben erfahren, wie schön es ist, zusammen als Gruppe zu agieren, sich zu bewegen und welchen Spaß und welche Freude der Tanz machen kann.

 

"Beim Tanzen wurde das Selbstwertgefühl, das Körpergefühl und das Selbstbewusstsein gestärkt. Besonders die Konzentrationsfähigkeit wurde gefördert."

- Lehrerin

 

"Man muss auch mal die Zähne zusammenbeißen, um etwas hinzubekommen und durchhalten. Das haben die Kinder gemerkt. Die Kinder haben die Erfahrung gemacht, was zum Tanzen alles benötigt wird: Muskelkraft und Konzentration. Das Gemeinschaftsgefühl wurde entwickelt, besonders in der Zeit von Corona und Social Distancing."

- Lehrerin



Schuljahr 2020/21

Klasse 4a

In der ersten Stunde stellten die Kinder der MUS-E® Künstlerin Lisa Kaiser vor, welche Tanzerfahrungen sie haben. Es war erstaunlich, wie viele Tanzstile sie kennen und vorführen können. Es stellte sich heraus: Viele Kinder tanzen auch in ihrer Freizeit, aber mit der ganzen Klasse ist das natürlich etwas ganz anderes. Da die Kinder aus vielen verschiedenen Ländern kommen, konnten sie auch Tänze der Heimat ihrer Eltern zeigen. In den nächsten Stunden wird Lisa Kaiser anfangen, mit den Kindern eine Choreografie zu erstellen.

 

Klassenlehrerin Brigitte Bühn berichtet:

"Wir hatten heute (9. November 2020) wieder zwei super Stunden. Die Kinder freuen sich immer, wenn Montag ist und Lisa zum Tanzen kommt. Und das Rhythmusgefühl bei den Kindern wird auch immer besser. Auch ich als Lehrerin lerne dazu nicht so schnell wie die Kinder, aber der Austausch mit Lisa ist auf jeden Fall klasse und eine echte Bereicherung!"


Klasse 4b

MUS-E® Künstler Leòn Tadeusz Stawski berichtet von seinem Projekt "Was man alles mit Musik machen kann ...":

"In der Schillerschule haben wir einiges ausprobiert. Hier konnten wir uns gut auf einzelne Projekte konzentrieren und diese über ein paar Wochen verfolgen. Anfangs haben wir zum Kennenlernen Bodypercussion gemacht. Hier haben wir sogar ein kleines Arrangement hinbekommen, bei dem die Gruppe in zwei Hälften jeweils eine andere Stimme übernehmen konnte. Wir haben uns auch Zeit genommen, in Lieblingssongs der Kids reinzuhören. Dazu haben wir uns im Kreis bewegt, dabei auf Tempo, Stimmung und Energielevel der Songs geachtet. 

Wir haben erforscht, was die Kids mit Musik verbinden. Dazu haben wir auch ein Brainstorming gemacht, bei dem die Schüler:innen alle Begriffe aufschreiben sollten, die ihnen

dazu einfallen. 

 


Wir haben in einer Stunde ein spontan improvisiertes Hörspiel aufgenommen. Dazu haben wir uns auf das Thema ,Gruselgeschichte' geeinigt, und von allen wurde dazu ein Satz, möglichst passend zur Gesamthandlung, beigetragen. Ich musste nur an einigen Stellen moderierend eingreifen, sonst war ich sehr überrascht von der Spontaneität und Kreativität. Jeder durfte seinen Satz dann in mein Smartphone sprechen, und ich habe die Sätze zu einer flüssigen Geschichte zusammengeschnitten. Zu einzelnen Passagen haben wir mit der Thomann-Percussiontasche untermalende Geräusche aufgenommen.

 

In der darauffolgenden Stunde haben wir das fertige Hörspiel angehört, und jeder durfte sich melden, wenn sein Part der Geschichte zu hören war. Außerdem konnten wir in einem der Räume in der Schule ein ,Musikzimmer' einrichten, sprich dort alle verfügbaren Instrumente lagern. Dort konnten wir dann an aktuellen Songs arbeiten und diese z. B. mit Stabspielen und Boomwhackers begleiten. Zudem habe ich kleine Schritte mit dem Schreiben von Texten gemacht. So sollten alle ihr eigenes „Elfchen“ zum Thema Winter schreiben und zu einzelnen Schlüsselbegriffen daraus passende Reime finden. Dadurch möchte ich behutsam ein gewisses Verständnis für das Schreiben von Songtexten vermitteln."