Koordination: Saskia Schneider
Seit dem Schuljahr 2022/23 ist MUS-E® auch an der Grundschule Anhaltsiedlung in Bitterfeld vertreten.
Das MUS-E® Projekt in Bitterfeld findet von August 2024 bis Januar 2026 im Rahmen des Themenschwerpunkts „Wir sind eine Welt“ statt und wird durch die Deutsche Postcode Lotterie ermöglicht. Im Projekt setzen sich die Kinder künstlerisch mit Themen wie Natur, Umwelt, Vielfalt und Zusammenhalt auseinander. Sie entdecken, was sie verbindet, wie sie ihre Welt erleben und welchen Beitrag sie selbst zu einem achtsamen Miteinander leisten können. Dank der Förderung können 13 Klassen deutschlandweit über 18 Monate hinweg kreativ forschen und gestalten sowie ihre Gedanken und Ideen künstlerisch sichtbar machen.
Schuljahr 2025/26
kreative Selbständigkeit • Mut zum Experimentieren • Feinmotorik • Selbstvertrauen • Ausdauer • Konzentrationsfähigkeit
Im Projekt „Wir sind eine Welt“ arbeitete MUS-E® Künstlerin Tanja Eberhardt mit der Klasse 4a an der Gestaltung persönlicher Art Journals. Im Mittelpunkt stand der individuelle Ausdruck der Kinder, die ihre eigenen Interessen, Motive und Bildideen in das Projekt einbrachten. Entscheidend war der künstlerische Prozess: sichtbar zu machen, wie sich Gestaltungen entwickelten – von ersten, tastenden Versuchen bis hin zu zunehmend sicheren und freien Arbeiten. Der Einstieg erfolgte bewusst offen und niedrigschwellig. Die Kinder lernten verschiedene Materialien kennen, bauten Hemmungen ab und experimentierten spielerisch. Schritt für Schritt füllten sie ihre Art Journals, ergänzten Seiten, überarbeiteten und erweiterten sie. Immer wieder wurde reflektiert, welche Elemente gefielen, was verändert werden sollte und wie sich Ideen weiterentwickeln ließen. Die Schüler:innen arbeiteten mit einer Vielzahl an Farben und Werkzeugen, darunter Schablonen, Gel-, Acryl- und Wachsstifte sowie diverse Mal- und Zeichentechniken. Es wurde geschichtet, übermalt, kombiniert und ausprobiert. Anfangs noch zurückhaltend, entwickelten die Kinder im Verlauf des Projekts eine immer größere Freiheit und Selbstsicherheit in ihrem künstlerischen Ausdruck. Ein bedeutender Moment war für viele das Erkennen des eigenen Fortschritts: Beim Durchblättern ihrer Art Journals konnten sie selbst nachvollziehen, wie sich ihre Bildsprache verändert und weiterentwickelt hatte.
Dieses Erleben stärkte spürbar das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Am Ende entstand für jedes Kind ein unverwechselbares Art Journal, das nicht nur fertige Bilder versammelte, sondern vor allem den kreativen Prozess dokumentierte. Die Journale spiegelten die Persönlichkeit der Kinder wider und zeigten ihre künstlerische Entwicklung über die gesamte Projektzeit hinweg. Darüber hinaus lernten die Schüler:innen, vielfältige Materialien sicher einzusetzen, eigene Ideen zu verfolgen und im kreativen Tun dranzubleiben.
MUS-E® Künstlerin Tanja Eberhardt berichtet: "Während des Projekts wurde deutlich, wie wichtig ein offener, wertfreier Raum für kreatives Arbeiten ist. Die Kinder sind besonders dann aufgeblüht, wenn sie ohne Vorgaben und Leistungsdruck arbeiten konnten. Im Verlauf zeigte sich eine spürbare Entwicklung hin zu mehr Selbstvertrauen und Eigeninitiative. Auffällig war zudem, wie sehr sich die Kinder gegenseitig motiviert und inspiriert haben – sie schauten sich Arbeiten an, gaben positives Feedback und ermutigten einander, neue Ideen auszuprobieren. Dadurch entstand eine unterstützende, wertschätzende Arbeitsatmosphäre. Das Projekt hat gezeigt, dass kontinuierliches künstlerisches Arbeiten nicht nur technische Fähigkeiten stärkt, sondern auch soziale Kompetenzen, Ausdruckskraft, Konzentration und persönliche Entwicklung fördert."
Schuljahr 2024/25
bewusster Einsatz von Stimme, Tempo und Betonung • Teamfähigkeit • Kooperation • Rücksichtnahme • Mut • Ausdruck eigener Gefühle
Im zweiten Halbjahr erarbeitete die Klasse 3a gemeinsam mit MUS-E® Künstlerin Nadine Gottwald ein Theaterprojekt zum Thema Umwelt- und Meeresschutz. Ausgangspunkt der Theaterwerkstatt war die gemeinsame Frage, welches Ziel das Projekt verfolgen sollte. In Gesprächen näherten sich die Kinder zentralen Themen wie Umwelt, Mülltrennung und persönlicher Verantwortung an. Fragen wie „Was bedeutet Umwelt für euch?“ oder „Warum ist Mülltrennung wichtig?“ bildeten die Grundlage für die inhaltliche Auseinandersetzung. Zur Vertiefung sah sich die Klasse den Trailer des Films „The Ozean“ an und besprach anschließend die Eindrücke.
Gemeinsam wurde überlegt, welche Botschaften das Theaterstück vermitteln und welche Handlungsmöglichkeiten aufgezeigt werden sollen. Parallel dazu setzten sich die Schüler:innen mit der Rolle von Schauspieler:innen auseinander und lernten, worauf es beim Theaterspielen ankommt. In einem gemeinschaftlichen Prozess entstand daraufhin ein Textbuch für das Theaterstück. Die Rollen wurden verteilt, Kostüme, Requisiten und das Bühnenbild gemeinsam entworfen, gestaltet und gebastelt. Jede Einheit begann mit Stimm-, Sprach- und Körperübungen, um Präsenz, Ausdruck und Körperspannung zu fördern. Zum Abschluss des Projekts präsentierte die Klasse ihr Theaterstück „Das Meer isst mehr!“ vor allen Schüler:innen der Schule sowie vor Lehrkräften und weiterem pädagogischem Personal.
Klassenlehrerin Karina Märker berichtet:
"Solche Projekte bleiben den Kindern oft länger in Erinnerung als klassischer Unterricht. Manche Kinder haben zum ersten Mal erlebt, wie gut es sich anfühlt, gemeinsam etwas zu schaffen. Wir haben gesehen, wie viel Potenzial in den Kindern steckt, wenn man ihnen Raum gibt."
Respekt • Ausdruck • Rhythmusgefühl • Teamfähigkeit • Identifikation
Ziel des Graffiti-Projektes mit der Klasse 3a und MUS-E® Künstler Henning Hölemann war es, den Schüler:innen eine kreative Ausdrucksform zu bieten und gleichzeitig Teamarbeit sowie die Wertschätzung für urbane Kunst zu fördern. Zu Beginn des Projekts fand eine Einführung in die Geschichte des Graffiti und die verschiedenen Stilrichtungen statt. Die Schüler:innen hatten die Möglichkeit, ihre Ideen und Themen zu diskutieren, die sie in ihren Kunstwerken umsetzen wollten. Hierbei haben die Kinder nicht nur technische Fähigkeiten im Umgang mit Graffiti entwickelt, sondern auch ein starkes Gefühl für Teamarbeit und Kreativität. Die einzelnen Elemente sowie Ideen wurden am Ende zusammengetragen und dienten als Vorlage für ein weiteres Projekt, indem eine Wand im Schulgarten gestaltet wurde. Die Kunstwerke, die gestaltet wurden, zeigen eine bunte Mischung aus individuellen und kollektiven Ideen und sind nun ein Teil ihrer Schulgemeinschaft.
Schuljahr 2023/24
Kommunikation • soziale Kompetenzen • Stärkung des Gemeinschaftsgefühls • Wahrnehmung und Ausdruck eigener Gefühle • Improvisationsfähigkeit • Rollenverständnis und Perspektivwechsel
Im Theaterprojekt „Das Märchen von einem Mädchen, das gern mal in einem Märchen mitspielen wollte“ setzte sich die Klasse 4b gemeinsam mit MUS-E® Künstlerin Nadine Gottwald intensiv mit der Welt der Märchen auseinander. Ziel des Projekts war es, Märchen als Erzähl- und Theaterform kennenzulernen und daraus ein eigenes, gemeinschaftlich entwickeltes Theaterstück zu gestalten. Zu Beginn beschäftigten sich die Schüler:innen mit grundlegenden Fragen: Was sind Märchen? Welche Märchen kennen wir? Wie sind ihre Figuren angelegt und welche erzieherischen Elemente lassen sich aus heutiger Perspektive betrachten? Zudem wurde thematisiert, was die Arbeit eines Schauspielers/einer Schauspielerin ausmacht und welche Rolle Sprache, Körper und Haltung dabei spielen.
Von Anfang an war klar, dass das Projekt in einer vollständigen Aufführung münden sollte. Die Kinder wählten ihre Lieblingsmärchen aus und entschieden selbst, in welchem Märchen sie eine Rolle übernehmen möchten. Auf dieser Grundlage entstand ein gemeinsames Skript, das im Laufe des Projekts weiterentwickelt wurde. Die Schüler:innen wirkten aktiv am Schreiben der Texte mit und bestimmten Szenen, Abläufe und Aktionen gemeinsam. So entstand ein Theaterstück, das sowohl klassische Märchenelemente als auch eigene Ideen der Kinder vereinte. Jede Projekteinheit begann mit Stimm-, Sprach- und Körperübungen, angeleitet durch Nadine Gottwald. Diese Übungen stärkten die Wahrnehmung für den eigenen Körper, förderten eine klare Sprache und unterstützten die Kinder dabei, Präsenz und Ausdruck auf der Bühne zu entwickeln. Auch das Gestalten des Bühnenbildes sowie der Kostüme lag vollständig in den Händen der Schüler:innen und war ein wichtiger Teil des kreativen Prozesses. Im Verlauf der Projektarbeit gewannen die Kinder zunehmend an Selbstbewusstsein. Sie wurden sprachlich und körperlich ausdrucksstärker, sicherer in ihren Rollen und mutiger im Auftreten vor anderen. Einige Schüler:innen entdeckten dabei erstmals ihr schauspielerisches Talent und entwickelten große Freude am darstellenden Spiel. Am Ende entstand ein eigenes Märchentheaterstück, das mehrfach innerhalb der Schule vor Mitschüler:innen, Eltern und Lehrer:innen aufgeführt wurde.
Klassenlehrerin Kathrin Hippler berichtet:
"Es war beeindruckend zu sehen, wie die Kinder über sich hinausgewachsen sind. Gerade ruhigere Schüler:innen haben im Theater ganz neue Seiten von sich gezeigt. Das Projekt hat den Klassenzusammenhalt spürbar gestärkt, und die Kinder haben gelernt, Verantwortung füreinander zu übernehmen. Besonders wertvoll war der Prozess – nicht nur die Aufführung am Ende."
Stärkung des Gemeinschaftsgefühls • Kreativität • Selbstausdruck • Förderung der Lernmotivation • Zugehörigkeitsgefühl • Identitätsfindung
Im zweiten Halbjahr hatte die Klasse 4b die Möglichkeit, sich im Kunstprojekt „Graffiti“ auszuprobieren. Unter der Leitung des erfahrenen Graffiti-Künstlers Henning Hölemann und der Klassenlehrerin Frau Hippler fanden die wöchentlichen MUS-E® Einheiten in aufeinander aufbauenden Phasen statt. Zu Beginn erlernten die Schüler:innen die gestalterischen Grundlagen des Graffiti. Der Fokus lag auf dem Zeichnen von Buchstaben und einfachen Figuren, wobei die Kinder Schritt für Schritt ihre Fertigkeiten ausbauten und einen eigenen Stil entwickelten. Durch die offene und altersgerechte Herangehensweise wurde ein motivierendes Lernklima geschaffen, das von Neugier und Experimentierfreude hervorrief.
Im weiteren Verlauf des Projekts setzten die Schüler:innen das Erlernte in kreativen Aufgaben um. Am Ende des Halbjahres entstanden individuelle Kunstwerke auf Leinwänden sowie selbst gestaltete T-Shirts. Diese Materialien und Werke spiegelten die Ausdruckskraft und Persönlichkeit der jungen Künstler:innen wider und zeigten ihre Lernfortschritte und ihr großes Engagement. In den letzten Workshop-Einheiten erhielt jedes Kind eine eigene Leinwand, die eigenständig mit Spraydosen gestaltet und verziert werden konnte. Zum Schuljahresende fand eine feierliche Abschlusspräsentation statt, in der die entstandenen Werke der Öffentlichkeit präsentiert wurden. Sowohl die selbst gestalteten Leinwände als auch die kreativen T-Shirts fanden großen Anklang bei Mitschüler:innen, Lehrkräften und Eltern. Die Präsentation bot den Kindern nicht nur die Gelegenheit, ihre Schaffensfreude zu teilen, sondern ermöglichte es ihnen auch, Anerkennung und Wertschätzung von der gesamten Schulgemeinschaft zu erfahren. Als besonderes Andenken erhielten die Schüler:innen zum Abschluss ein Fotobuch, das die Highlights der gesamten MUS-E® Zeit festhielt.
Der Graffiti-Workshop wurde durch das HipHop-Netzwerk 4>>WARD unterstützt und verfolgte das Ziel, den Schüler:innen der Grundschule Anhaltsiedlung ein kreatives Ausdrucksmedium näherzubringen. Dabei standen sowohl individuelle als auch gemeinschaftliche künstlerische Fähigkeiten im Vordergrund. Neben der Entwicklung gestalterischer Kompetenzen und dem Erleben eines kreativen Teamprozesses lag der Schwerpunkt auf dem „kreativen Lernen zu lernen“. Die Kinder sollten durch die künstlerische Praxis ihre Lernfreude und Selbstwirksamkeit entdecken und erleben, wie schulisches Lernen mit einer ungezwungenen und authentischen Erfahrung verknüpft werden kann.
Kreativität • Empathie • Toleranz • Wertschätzung • Teamfähigkeit • Klassenzusammenhalt • Schule als Ort des Erlebens • "Über-sich-hinaus-Wachsen"
Die Kinder der Klasse 3b freuten sich über das Projekt aus der Sparte der Bildenden Kunst mit den MUS-E® Künstler:innen Tanja und Markus vom Atelier Ta.Pete. Jede:r konnte sich individuelle Motive, Untergründe sowie Techniken und die Sozialform des Projektes auswählen. Als Malwerkzeuge wurden Pinsel, Rakel, klassische Bunt- oder Filzstifte, Acryl- und Aquarellfarben, aber auch Straßenkreide verwendet. Zum Abschluss wurde das Atelier der Künstlerin besucht. Die Kinder konnten sich in Kleingruppen für eine Stunde wie echte Künstler:innen fühlen und ihre eigene Leinwand frei gestalten. Das Abschlussprojekt war für die Kinder ein absolutes Highlight.
"Ich lerne meine eigene Klasse ganz neu kennen."
- Frau Hippler, Klassenlehrerin
"Malen bedeutet für mich Spaß und Freude."
- Laura
"Der schönste Moment war, wo wir alle draußen waren und einfach gemalt haben."
- Kira
"Malen bedeutet für mich Ruhe zu haben und endlich loszulegen."
- Neo
"Malen bedeutet für mich mein Leben. Meine Phantasie lasse ich beim Malen frei."
- Liliana
"Für mich war der schönste Moment die Begegnung mit echten Künstler:innen."
- Finn
"Malen bedeutet für mich Spaß haben, egal wie das Bild aussieht."
- Josephine
"Besonders gut hat mir die Zusammenarbeit mit den anderen Kindern gefallen."
- Fiona
"Wenn ich male, entspannt sich alles in meinem Kopf. Dann bin ich einfach im Malmodus."
- Einoor
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