MUS-E® an der Valentin-Traudt-Schule in Kassel

Koordination: Constanze Betzl

Die Valentin-Traudt-Schule ist eine Grund- und Mittelstufenschule in Kassel mit flexiblem Unterrichtsanfang und inklusivem Förderkonzept (Förderschwerpunkte Sprache, Lernen, sozial-emotionale Entwicklung). Je nach Förderbedarf ist der inklusive Unterricht zielgleich (Förderschwerpunkte Sprache und sozial-emotionale Entwicklung) oder zieldifferent (Förderschwerpunkt Lernen). Die Schülerinnen und Schüler der Valentin-Traudt Schule kommen aus 28 verschiedenen Nationen. Seit dem Schuljahr 2019/20 ist die Schule Teil der MUS-E® Familie.

Nebenstehend können Sie sich den MUS-E® Ruf der Schüler:innen der Valentin-Traudt-Schule anhören, mit welchem die MUS-E® Stunden regelmäßig beginnen.



Schuljahr 2021/22

2. Halbjahr: Musik und Schauspiel

Das zweite Halbjahr der Klassen 3b, 3c und 4b ist geprägt vom Erfinden von Musik und Schauspiel mit den Künstler:innen Valeska Weber, Constanze Betzl und Joachim Gückel.

1. Halbjahr: Wie entsteht ein Film?

Zusammen mit MUS-E® Künstler Arne Siebling hat die Klasse 4b gelernt, welche Arbeitsprozesse nötig sind, um einen eigenen Film herzustellen. Unter Berücksichtigung des vorhandenen Wissens haben die Schüler:innen ihre theoretischen Kenntnisse erweitert und in vielen praktischen Übungen angewendet. Über das Erstellen eines Daumenkinos wurde die Funktion einer Filmkamera bewusst gemacht. Nach einer Einführung über Bildausschnitt und Perspektive erstellten die Kinder eigene Storyboards. Während des gesamten Unterrichtes durften die Schüler:innen mit mehreren Kameras und Tonaufnahmegeräten das Schulgeschehen aufnehmen. Nach den vorbereitenden Stunden im Klassenraum wurden die meisten praktischen Arbeitsabläufe wie Filmen, Ton aufnehmen (auch Ton angeln), Klappe schlagen, Geräte tragen etc. von den Kindern selbst erledigt. Die Kinder haben gelernt, ihre schon vorhandenen Fähigkeiten in die Gruppenarbeit einzubringen. Einige Arbeitsprozesse, wie z. B. das Erstellen eines Storyboards, korrelierten ausgezeichnet mit den eigenen kreativen Hobbys.

Malen, Zeichnen, Mangas und Videospiele waren eine gute Grundlage, sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen. In den praktischen Übungen erlebten die Kinder, wie wichtig es ist, aufeinander zu achten und bestimmt Regeln zu beachten. Die Ansage „Ruhe am Set!“, wurde auch außerhalb der MUS-E® Stunden zum geflügelten Wort. Die Schüler:innen wechselten sich eigenständig mit der Bedienung der Kameras und Tonaufnahmegeräte ab. Hierbei lernten sie, die Geräte sorgsam zu behandeln und zu transportieren, selbstständig aufzubauen und in einem nötigen Umfang zu bedienen. Auftretendes Konkurrenzdenken und ein schlechter Umgang miteinander wurden als störend für eine gemeinsam funktionierende Gruppe erkannt und aufgrund durchlebter praxisnaher Aufgaben manchmal ohne Eingreifen eines Erwachsenen geregelt. Insbesondere das Recht an der eigenen Aufnahme führte während der eigenständigen Dokumentationsarbeit zu vielen lebhaften Diskussionen, durch die Achtsamkeit und Respekt den anderen gegenüber bewusster wahrgenommen wurde.

 

"Das hat mir total Spaß gemacht!"

 

"Ich freue mich auf das nächst Mal."

 

"Boa, ist das anstrengend!"

 

"Klasse 4b, ihr seid super!"


1. Halbjahr: Erasmus+ "Die Legende von Liz und Lena"

Die Klasse 3b nahm mit MUS-E® Künstlerin Valeska Weber am Erasmus+ Projekt "Die Legende von Liz und Lena" teil. Zunächst standen Vertrauens- und Improvisationsübungen im Mittelpunkt. Anschließend setzten sich die Kinder mit der Stadt Kassel auseinander. Zusammen beschloss die Klasse, einer portugiesischen MUS-E® Klasse ein Märchen der Gebrüder Grimm, illustriert von einem in Kassel ansässigen Künstler, zu schicken, mit der Bitte, dazu einen Tanz zu entwickeln. Der Klasse wurde die Geschichte „Die Legende von Liz und Lena“ geschickt, die von zwei Flüssen handelt, die zueinander finden. Diese Flüsse entspringen in der Nähe der Stadt, in der die Partnerklasse lebt. Die Kinder haben Wörter aufgeschrieben, die sie mit der Geschichte verbinden.

Sie haben sich zu den Wörtern Bewegungen ausgedacht, kurze Choreografien zusammengestellt und sich zu den Wörtern Szenen ausgedacht. All diese Elemente wurden für die Präsentation zusammengebracht, das heißt die Kinder haben nicht die Geschichte nachgespielt, sondern assoziativ Bewegungen und Szenen entstehen lassen.

1. Halbjahr: Werken mit Speckstein und Holz

Im ersten Halbjahr 2021/22 hatte die Klasse 3c die Möglichkeit, sich künstlerisch und kreativ im Handwerk zu entdecken. Gemeinsam mit dem bildenden Künstler Christof Kalden setzten sich die Kinder mit Specksteinen und unterschiedlichen Holzarten auseinander und erlernten dabei den Umgang mit verschiedenen Werkzeugen. Durch die offene Arbeitsweise und das eigenständige Erforschen konnten die Kinder ihrer Kreativität freien Lauf lassen. So entstanden die verschiedensten Skulpturen aus Speckstein und unterschiedliche Instrumente, praktische Kisten sowie kleine Häuser aus Holz.

Was wurde erreicht?

  • Lernen des Umgangs mit verschiedenen Werkzeugen (Raspel, Säge, Schleifpapier, Hammer, Bohrer)
  • Förderung der Kreativität in Verbindung mit dem Kennenlernen verschiedener Werkstoffe (Holz, Stein)
  • Förderung der Kooperations- bzw. Teamfähigkeit
  • Stärkung des Selbstwertgefühls 

 

„Ich liebe den Donnerstag, weil Herr Kalden da kommt.“

 

„Ich hätte nie gedacht, dass ich aus einem Stein ein Herz formen kann.“



Schuljahr 2020/21

Nach einem erfolgreichen Start der ersten nordhessischen MUS-E® Klasse an der Valentin-Traudt-Schule Kassel im August 2019, hat der Soroptimist International-Club Kassel-Kurhessen-Waldeck seine Förderung auch im Schuljahr 2020/21 zugesagt. Unterstützt wird er dabei vom Kulturamt der Stadt Kassel, welches sich seit vielen Jahren für kulturelle Bildungsprojekte wie MUS-E® einsetzt. Somit wird nicht nur eine Weiterführung des Projektes in der jetzigen Klasse ermöglicht, sondern es kann sogar noch eine zweite MUS-E® Klasse ins Leben gerufen werden. Wir freuen uns sehr und danken herzlich.

2. Halbjahr: Helden - Keramik, Zeichnen, Kunst im Prozess

Für die Klasse 3b gab es im zweiten Halbjahr 2020/21 ein Projekt aus der Sparte Bildende Kunst mit MUS-E® Künstlerin Katrin Leitner-Peter. Aufgrund der Schulschließungen und Kontaktbeschränkungen mussten die Kinder mit harten Einschnitten in ihren Leben zurechtkommen, weshalb sie zurecht "Helden des Alltags" sind, was als Motto des ersten Projektabschnittes diente. Dieser Teil fand in Online-Meetings statt, in denen die Schüler:innen ihre FP2-Masken umgestalteten und zu Held:innenmasken stilisierten. Des weiteren entstanden Held:innenzeichnungen, die – wieder in Präsenz – in mehreren Stundeneinheiten in der Keramikwerkstatt der Schule in Fliesen und andere Arbeiten umgesetzt wurden. Es entstanden Kunstwerke aus schwarzem Ton, der mit eigens angemischten Spezialglasuren versehen wurde. Anschließend brachten die Schüler:innen die einzelnen Fliesen in einem Gemeinschaftsbild auf drei Sockeln an, um sie der Schulgemeinschaft zu präsentieren. Des Weiteren hat sich jede:r Schüler:in ein Keramik-Smartphone angefertigt. Grundlegendes Wissen über die Ton-Herstellung, unterschiedliche Brennverfahren und Glasuren konnten sich die Kinder im aktiven Prozess sehr gut aneignen.


2. Halbjahr: Szenisches Spiel und Improvisation

MUS-E® Künstlerin Valeska Weber führte auch im zweiten Schulhalbjahr 2020/21 ein Projekt mit der Klasse 4a durch. Die Schauspielerin berichtet:

 

"Aufgrund der Coronaeinschränkungen war anfangs kein analoges Kennenlernen und Arbeiten möglich, weshalb ich den Kindern vier Briefe habe zukommen lassen. Im ersten war eine Einwegkamera, zu der in den Folgebriefen kleine Aufgaben und andere Tools wie Kreide versandt wurden. Viele Kinder haben die Aufgaben, die die Sinne ansprechen sollten, tatsächlich umgesetzt. Nachdem es wieder möglich war, die gesamte Klasse zu treffen, haben wir viele Vertrauensspiele gemacht, was der Klasse guttat. Zudem haben die Kinder einige Improvisationsspiele kennengelernt, die wir letztendlich für die Präsentation genutzt haben. Ein Weiterarbeiten mit den Fotos war aufgrund der eingeschränkten Zeit kaum möglich. Es konnte jeweils nur ein Foto vergrößert und gezeigt werden."

Was wurde erreicht?

  • erfolgreiche Begleitung der Wiedereingewöhnungsphase nach dem Lockdown durch kreative Übungen und Spiele
  • Übung in gegenseitigem Respekt
  • Verbesserung der Empathiefähigkeit

1. Halbjahr: Theaterspielen: Phantasie

Im ersten Schulhalbjahr 2020/21 nahm die Klasse 3b am Projekt "Theaterspielen: Phantasie" mit Schauspielerin und MUS-E® Künstlerin Valeska Weber teil. Die Kinder wurden an unterschiedliche Techniken des Darstellenden Spiels herangeführt. Hierbei konnten sie Schattenboxen, Hineinversetzen in verschiedene Figuren, Improvisationstheater oder auch den Umgang mit Kostümen und Requisiten ausprobieren. 

Ausgehend von Fotos wurden von den Schüler:innen Biographien und dazu wiederum Szenen erdacht, die als Abschlusspräsentation in zwei unterschiedlichen Theaterwalks auf dem Schulhof gezeigt wurden. Das Publikum wurde von jeweils drei Schüler:innen von einer Station zur nächsten geführt, wobei auch diese in Rollen schlüpften (z. B. als Zombies). Die Kinder suchten sich ihre Requisiten und Kostüme selbst aus oder gestalteten sie eigenhändig. 

Was wurde erreicht?

  • Teamfähigkeit, Unterstützen der anderen
  • Spontanität
  • Offenheit
  • Empathie
  • Spielfreude

 

 

"Toll, ich hab's geschafft, ich hab mich getraut. Beim nächsten mal bin ich nicht mehr so aufgeregt."

 

"Das ist cool wenn andere so kucken oder lachen. Schade, dass es schon vorbei ist."

 


"Toll, was eine professionelle Herangehensweise von außerschulischen Kooperationspartner:innen oder Künstler:innen in der Schule und bei den Kindern zu verändern vermag. Die Vorfreude vor den Gruppenterminen ist immer spürbar gewesen, und meine eigene Herangehensweise an das Darstellende Spiel hat sich durch das Miterleben der MUS-E® Stunden sehr verändert. Ich werde mutiger und offener an die Arbeit im Darstellenden Spiel gehen."

- Herr Gießler, Klassenlehrer

1. Halbjahr: Sound Shapes und Rhythmus

Mit Body-Percussion und rhythmischen Spielen begann die Klasse 4a rudimentäre Gruppenimprovisationen zu entwickeln. Ein großer Schwerpunkt lag auf dem Thema Hören. Gemeinsam Starten und Stoppen, Solos und Duette sowie Polyrhythmen mit verschiedenen Gruppen wurden selbst entwickelt. Jedes Kind hatte ein Sound Shape zum Klänge erforschen und experimentieren. Es wurden eigene Grooves zu Gedichten und Liedern erfunden. Die Schüler:innen konnten abwechselnd als Dirigent:innen eingesetzt werden, und sie lernten individuell und kollektiv als Gruppe zu musizieren. Weitere Perkussionsinstrumente wurden in Kleingruppen erforscht und in eigene Klanggeschichten eingebaut. Vor Weihnachten wurden aus Bausätzen Orgelpfeifen (Melopipes) erbaut und Tonaufnahmen getätigt. Trotz der Pandemie waren drei kleine musikalische Präsentationen möglich.


Was wurde erreicht?

  • Kennenlernen verschiedener Schlaginstrumente
  • Kennenlernen, Nachspielen und Ausdenken verschiedener Rhythmen 
  • Verbesserung des Verständnisses für gemeinsame Regeln
  • Zurückstellung des Spielbedürfnisses, um für ein gutes Gruppenergebnis und- erlebnis aufeinander Rücksicht zu nehmen

Menal fragt: "Ist heute MUS-E®?" Als die Lehrerin bejaht, ruft sie glücklich: "Das ist immer das Beste am Dienstag!"

 

"Cool, wir sind ja wie eine richtige Band."



Vorschau auf das 1. Halbjahr 2020/21

Klasse 3b

Stefan Gießler, Lehrer der Klasse 3b der Valentin-Traudt-Schule Kassel, berichtet:

"Die Kids freuen sich jedes Mal sehr auf die MUS-E® Stunden. Es fällt ihnen nicht immer leicht, sich in den sehr offenen Unterrichtssituationen an die Regeln zu halten, die gemachten positiven Erfahrungen gleichen das aber locker aus! Besonders gut gefallen mir die Erfahrungen, die die Kinder durch das gemeinsame Miteinander und die Körpererfahrungen machen. Dabei fand ich am schönsten die Sequenzen des Verkleidens, das Zeitlupen-Kämpfen, die Vertrauensübungen oder auch die ‚Menschmaschine‘."

Vergrößern Sie das nebenstehende Bild per Klick.

Klasse 4a

Das nebenstehende Foto zeigt das Ehepaar Springmann von der Springmann-Stiftung, die der Klasse 4a Schlaginstrumente im Wert von 1000 Euro spendiert haben. Beide freuen sich in ihrem heimischen Wohnzimmer über das Dankesschreiben der Klasse. Kerem von der Klasse 4a malte für sie ein Bild, wie die MUS-E® Stunde mit Constanze Betzl aussieht. Es zeigt die Klasse, im Kreis sitzend, beim Bestaunen der neu erhaltenen Musikinstrumente. Dazu gab es eine CD mit drei extra Rhythmusstücken, extra für die Stifter aufgenommen. Wenn man aufgrund von Corona nicht in die Klasse darf, kommt die Musik ins Wohnzimmer! Ein ganz herzliches Dankeschön an Herrn und Frau Springmann von der Springmann-Stiftung für die großzügige Spende von 1000 Euro für die Anschaffung von Schlaginstrumenten!

Schuljahr 2019/20

1. Halbjahr

MUS-E® startete in diesem Halbjahr in der Klasse 3a mit dem bildenden Künstler Christof Kalden. Auf dem Programm stand der Bau von Musik- und Klanginstrumenten. Hierzu wurden Äste, Baumstämme, Bambusrohre und Holzplatten von den Kindern mit Sägen, Feilen, Schnüren und Kleber aufs Unterschiedlichste bearbeitet, um daraus eine Vielfalt an fantasievollen Holzinstrumenten zu bauen. Die Kinder wurden dazu angeregt, über das eigene Erforschen und kreative Experimentieren mit dem Material Holz individuelle Klangerzeuger zu produzieren. Bambus- und Panflöten, Xylofone, Chimes, Cajon und Guiros wurden in außergewöhnlichen Formen, Größen, Varianten und Kombinationen angefertigt und werden im zweiten MUS-E® Halbjahr mit dem Thema Musik in eigene Kompositionen eingebaut.


Was wurde erreicht?

  • Förderung der eigenen Kreativität durch eine freie und auf individuelle Bedürfnisse abgestimmte Arbeitsweise
  • Üben in Rücksichtnahme und Verlässlichkeit in der Partnerarbeit
  • Verbesserung der motorischen Fähigkeiten und Umgang mit Werkzeugen (Bohrer, Feile, Säge)
  • Stärkung des Selbstwertgefühls
  • Schaffen von Erfolgserlebnissen

"Ich fand es toll, dass Herr Kalden Materialien mitgebracht hat, die man sonst im Klassenraum nicht findet."

- Diar, 9 Jahre

"Ich fand richtig gut, dass wir eigene Ideen umsetzen konnten."

- Denny, 9 Jahre