MUS-E® an der Astrid-Lindgren-Schule

Koordination: Rushy Rush

Seit dem Schuljahr 2023/24 ist MUS-E® an der Astrid-Lindgren-Schule in Frankfurt am Main in Kooperation mit Kinder und Werte e.V. aktiv. Wir danken der Hertie Stiftung für die Unterstützung des Projekts im Schuljahr 2024/25 und wünschen den Schüler:innen viel Spaß mit MUS-E®!



Schuljahr 2025/26

1. Halbjahr: Zeichentrickfilm

Kreativität • Teamfähigkeit • Kommunikation • Ausdrucksfähigkeit • Selbstvertrauen

Die Klasse 1c zeigte sich über den gesamten Projektverlauf hinweg außergewöhnlich offen, neugierig und begeisterungsfähig. Frisch aus dem Kindergarten kommend, begegneten die Kinder der wöchentlichen MUS-E® Stunde am Dienstag mit spürbarer Vorfreude und großer Entdeckerlust. Entsprechend ihres Alters wurde der Zugang bewusst spielerisch und praxisnah gestaltet – theoretische Inhalte traten in den Hintergrund, während das eigene Ausprobieren und Erleben im Mittelpunkt stand. Zu Beginn erhielten die Kinder von MUS-E® Künstlerin Mili Giacomelli vielfältige Einblicke in die Welt der Animation. Anhand von Beispielen aus der Trickfilmgeschichte wurden unterschiedliche Techniken gemeinsam betrachtet und besprochen.


Schnell entstand daraus der Wunsch, selbst aktiv zu werden: In kleinen Schritten gestalteten die Schüler:innen eigene Daumenkinos und machten so ihre ersten Erfahrungen mit dem Prinzip der bewegten Bilder – niedrigschwellig, greifbar und mit großer Begeisterung. Im weiteren Verlauf näherte sich die Klasse behutsam dem Hauptprojekt. Jedes Kind entwickelte zunächst eine eigene Probefigur, die später in einem gemeinsamen Testfilm zum Leben erweckt wurde. Darauf aufbauend entstanden individuelle Hintergründe, Lieblingsfiguren und ausgeschnittene Bildelemente, die gezielt für die Filmproduktion vorbereitet wurden. Die Kinder begannen, ihre Ideen weiterzuspinnen und kleine narrative Zusammenhänge zu entwickeln.

 

In der Umsetzungsphase arbeiteten die Kinder in Kleingruppen an ihren eigenen Trickfilmen. Sie entwickelten kleine Geschichten, sprachen Dialoge ein und erlebten dabei unmittelbar, wie aus einzelnen Bildern und Stimmen eine gemeinsame filmische Erzählung entsteht. Ergänzt wurden die Filme durch Musik, Geräusche sowie einen animierten Vor- und Abspann. Ein besonderer Höhepunkt waren die abschließenden Premieren mit Popcorn, bei denen die Filme präsentiert und gefeiert wurden. Diese gemeinsamen Vorführungen bildeten nicht nur einen festlichen Abschluss, sondern stärkten auch das Bewusstsein für die eigene kreative Leistung und das Arbeiten im Team.

 

Im Verlauf des Projekts wurde bewusst auf eine Überforderung durch Technik verzichtet. Der Fokus lag stattdessen auf sozialen Lernprozessen und der Entwicklung persönlicher Kompetenzen. Das Miteinander stand im Zentrum: aufeinander eingehen, zuhören, respektvoll kommunizieren und gemeinsam Lösungen finden prägten die Zusammenarbeit über die gesamte Projektzeit hinweg. Gleichzeitig setzten sich die Kinder intensiv mit ihrer eigenen Ausdrucksfähigkeit auseinander. Fragen nach der Wirkung der Stimme, nach Verständlichkeit im Raum oder nach dem Unterschied zwischen Gespräch und Präsentation vor Publikum spielten dabei eine wichtige Rolle.

 

Besonders deutlich wurde, wie sich im Laufe des Projekts auch leise und zurückhaltende Kinder zunehmend öffneten und in Sprechrollen über sich hinauswuchsen. Nicht selten waren es gerade sie, die mit Präsenz, Ausdruck und Klarheit beeindruckten.

 


Situation aus einer MUS-E® Stunde: 

Während einer Aufnahme hat ein Mädchen Schwierigkeiten, das Wort „Zauberkraft“ auszusprechen: „Nein, ich kann das nicht richtig sagen.“ 

„Doch, schau mal – sprich nach: Zau.“ 

„Zau.“ 

„Ber.“ 

„Ber.“ 

„Kraft.“ 

„Kraft.“ 

„Zauberkraft. Jetzt du!“ 

„Zauberkraft!“ 

„Siehst du, wie gut du das kannst?“ 

Sie lächelt überrascht und sagt: „Ich kann alles, gä?“ 

„Ja, natürlich – alles, was du dir vornimmst. Du darfst nur nicht aufgeben.“

 

MUS-E® Künstlerin Mili Giacomelli berichtet von der Filmpremiere:

"Die Premiere selbst war wunderbar. Die Kinder haben sich so gefreut, und es waren sogar sechs Elternteile dabei. Wir haben wie immer mit der Begrüßung angefangen und haben eine kleine Erinnerungsrunde gemacht: "Was haben wir alles gemacht in dem halben Jahr? Was gehört alles zu einem … ?" – Die Hintergründe, die Figuren, das Aufnehmen der Geschichte, das Aufnehmen der Dialoge, unseren Testfilm, den wir ganz am Anfang gemacht haben und, und, und … Danach ging es weiter mit den Filmen, die wir bereits gesehen hatten und die vorher schon fertig waren. Ich hatte Popcorn mitgebracht, weil das zu einer Premiere dazugehört. Die Kinder waren aufgeregt und gespannt. Nach jedem Film kamen die einzelnen Gruppenmitglieder nach vorne. Jede:r hat einen großen Applaus gekriegt, hat sich vorgestellt und welche Rolle sie oder er gesprochen hat. Dann sollten sie noch sagen, was sie am schwierigsten fanden und was ihnen am meisten Spaß gemacht hat. Danach hat das Publikum ein Feedback gegeben. Die Kinder sollten wenigstens zwei Sachen sagen, die ihnen besonders gut gefallen haben. Die Filme, die sie vorher noch nicht gesehen hatten, waren natürlich besonders aufregend für die Kids. Die ganze Arbeit hat sich für uns sehr gelohnt – spätestens, als alle die begeisterten Gesichter gesehen haben. Das war wirklich schön."


Schuljahr 2024/25

1. Halbjahr: Bewegung und Rhythmus

Im ersten Halbjahr begleitete MUS-E® Künstler Anton Rudakov die Klasse 4c der Astrid-Lindgren-Schule in Frankfurt im Rahmen des Projekts „Tanz: Bewegung und Rhythmus“. In den MUS-E® Stunden wurden die Schüler:innen mit verschiedenen technischen Elementen des Tanzes vertraut gemacht. Jede Unterrichtsstunde beinhaltete Bewegungsaufgaben, die sowohl einzeln als auch in Gruppen bearbeitet und zum Abschluss präsentiert wurden. Auf diese Weise wurde nicht nur die Eigenständigkeit, sondern auch die Kooperationsfähigkeit der Kinder gestärkt. Ein zentrales Element des Projekts war das Erarbeiten einer Choreografie, die regelmäßig geprobt und schließlich beim Schulfest selbstständig vor Eltern und Lehrkräften aufgeführt wurde. Die Schüler:innen zeigten dabei nicht nur ein hohes Maß an Engagement, sondern auch Freude und Stolz über das gemeinsam Erreichte. MUS-E® wirkte sich auf vielfältige Weise positiv auf die Kinder aus. Neben der Förderung von Körpergefühl, Koordination und Rhythmusgefühl stand die Entwicklung sozialer Kompetenzen im Fokus. Die Schüler:innen lernten, sich gegenseitig zu unterstützen, gemeinsam Lösungen zu finden und als Gruppe zu agieren.

 

Darüber hinaus bot der kreative Bewegungsraum ein wichtiges Ventil zur Verarbeitung von Emotionen und zur Stressbewältigung. Besonders wirksam erwies sich die Verbindung von Tanz mit theaterpädagogischen Methoden. Die Kinder sammelten erste schauspielerische Erfahrungen und ließen ihrer Phantasie freien Lauf. Im Rahmen des Unterrichts wurde auch eine Methode aus Augusto Boals Forumtheater erprobt, bei der die Schüler:innen Konflikt- und Ungerechtigkeitssituationen darstellten, analysierten und mögliche Lösungen entwickelten. Diese Form der Auseinandersetzung wurde nicht nur von den Kindern begeistert aufgenommen, sondern auch von der Klassenlehrerin als wirkungsvolle Methode zur Förderung von Respekt und Toleranz geschätzt. Durch den gezielten Einsatz von Tanz und Theater gelang es Anton Rudakov, insbesondere auch verhaltensauffällige Schüler:innen zu erreichen und aktiv in die Gruppe zu integrieren. Das Projekt förderte spürbar die Selbstwirksamkeit, das Selbstbewusstsein sowie den Zusammenhalt der Klasse. Der selbstbewusste Auftritt beim Schulfest war für viele ein Höhepunkt und wurde von den Mitschüler:innen mit großer Anerkennung bedacht – ein bewegender Moment für die gesamte Schulgemeinschaft.

 

„Jede:r Schüler:in sollte in ihrer:seiner Schullaufbahn die Möglichkeit bekommen, an so einem Projekt teilzunehmen. Es ist in keiner Weise von uns Lehrer:innen vergleichbar zu leisten.“

- Klassenlehrerin Dorothea Gardner

„Das Tanzen hat uns zusammengebracht. Wir haben uns gegenseitig geholfen und waren sehr kreativ.“

- Schüler:innen


Schuljahr 2023/24

Das Projekt im Schuljahr 2023/24 wurde gefördert von der Stiftung Polytechnische Gesellschaft Frankfurt am Main.


2. Halbjahr: Malerei

Farbwahrnehmung • Formenverständnis • Materialbeherrschung • Individualität • Kompositionsfähigkeit

Im Projekt "Malerei" der Klasse 3c begleitete MUS-E® Künstlerin Firoozeh Akhlaghi die Kinder auf eine Entdeckungsreise in die Welt der Malerei. Die Schüler:innen probierten verschiedene Pinsel und Farben aus und ließen sich von Themen wie Natur, Familie, Frieden und Leben inspirieren, um eigene Kunstwerke zu gestalten. Die kreative Arbeit fand nicht nur im Klassenraum statt, sondern auch in der Natur, wo ein großes Gemeinschaftsgemälde entstand. Darüber hinaus experimentierte die Klasse erfolgreich mit Collagetechniken und Scherenschnitten, was ihre künstlerischen Ausdrucksmöglichkeiten erweiterte. Ein besonderer Höhepunkt war der Besuch der Ausstellung der Künstlerin im Kunstverein Familie Montez. Die Kinder interpretierten Akhlaghis Werke auf ihre Weise, was sie dazu inspirierte, selbst eine Ausstellung am Ende der MUS-E® Einheiten zu organisieren.


Die Ausstellung präsentierte die Kunstwerke der Klasse, und die Familien wurden zu einer gemeinsamen Feier mit Buffet eingeladen. Ein eigens erstellter Katalog zeigte die Arbeiten der Kinder, die voller Stolz ihre Werke präsentierten und das Erlebnis der kreativen Schaffensfreude feierten.

 

O-Töne der Schüler:innen:

"Ich liebe es, mit Riesen-Pinseln Farbe aufzutragen."

"Malerei ist echte Kunst. Ich möchte nur noch malen!"

 

O-Ton der Lehrkraft:

"Firoozeh macht das sehr gut. Die Kinder sind begeistert von ihrer Art, und es ist toll, ihr beim Erklären der diversen Techniken zuzuhören!"

1. Halbjahr: Kunst und Spiele

Kreativität • Gemeinschaftssinn • Regelbewusstsein • Respekt • Konfliktlösung

Im Projekt „Kunst und Spiele“ mit MUS-E® Künstler Rushy Diamond verwandelte sich der Klassenraum der 3c regelmäßig in eine kreative Spielfläche. Die großzügige Raumgestaltung ermöglichte den schnellen Aufbau von künstlerischen Spielwelten, in denen die Kinder ihre Ideen frei entfalten konnten. Die Begeisterung der Drittklässler:innen war spürbar: Sie zeichneten und malten leidenschaftlich ihre Spielideen und verarbeiteten eigene Themen visuell auf Papier. Zu Beginn jeder Stunde formte die Gruppe einen Sprechkreis, in dem Ideen und kreative Impulse gesammelt und ausgetauscht wurden. 


So konnten die Kinder mit Rushy Diamond neue Perspektiven auf die Themen gewinnen und brachten eine beeindruckende Vielfalt an intelligenten Einfällen und Lerndynamik mit. Die Schüler:innen gestalteten mit Klebeband einen riesigen Diamanten aus Plus- und Minusfeldern und spielten das „Würfelwasserfall“-Spiel mit 200 kleinen Würfeln. Neben dem Spaß am Spiel vertieften sie dabei das kleine Einmaleins. Zusätzlich entwarfen die Kinder eigene „Diamanten“-Ziele, die als Wurfziele genutzt wurden – das Spiel regte dazu an, den Raum und seine Perspektiven kreativ zu erkunden. Sie nahmen dafür verschiedene Standorte ein und probierten aus, wie sich aus erhöhter Position die Ziele besser abwerfen ließen. Ein besonderes Highlight war die Erschaffung individueller „Spielplatzgemälde“: Auf Papier entwarfen die Kinder Spielplätze, die sie anschließend in Gemeinschaftsarbeit zu detailreichen Gemälden und schließlich zu Brettspielen entwickelten, wobei jede Spielfläche eigene Regeln erhielt. Die Begeisterung der Schüler:innen für das Weltall inspirierte den „Galaxie-Projekttag“, an dem sie mit Planetenschablonen T-Shirts gestalteten. Durch das Sprühen und Bemalen mit Galaxie-Designs entstanden individuelle Kunstwerke, die das Universum auf kreative Weise abbildeten.

 

O-Töne der Schüler:innen

"Wie kann ich auch Künstler werden? Ist das schwer?"

"Was ist das, was uns bewegen lässt?"

"Woher kommt das Leben?"

 

O-Ton der Lehrkraft

"Wir danken Rushy, dass er unseren Lehrplan mit seinen Inspirationen ergänzt und erweitert."