MUS-E® an der Bertha-Hirsch-Schule

Koordination: Vivian Schöchlin

Die Bertha-Hirsch-Schule im Mannheimer Stadtteil Käfertal stellt das soziale Lernen in den Mittelpunkt ihrer Arbeit. Sowohl das gewaltfreie Miteinander als auch die Inklusion von Schüler:innen mit geistiger oder körperlicher Beeinträchtigung sind wichtige Merkmale der Schule. Nach den Sommerferien starteten zwei neue erste Klassen an der Bertha-Hirsch-Schule mit dem MUS-E® Programm ins Schuljahr 2021/22. Wir freuen uns über die tollen Ergebnisse neuen Erstklässler:innen und wünschen weiterhin ganz viel Spaß!


Schuljahr 2021/22

2. Halbjahr: Empfindsames Hören führt zu lebendigem Musizieren

Im Musikprojekt mit MUS-E® Künstler Johannes Santos hörte die Klasse 1a Geräusche aus dem Schulranzen oder Geräusche, die Alltagsgegenstände wie Papier oder Gummis machen. Außerdem wurden die Klänge von Percussions- und Orchesterinstrumenten gehört und erforscht. Zum Werk "Peter und der Wolf" von Sergei Prokofjew wurden mit Spielen und motivierenden Übungen die Geräusche und Musik mit Bewegung verbunden, auch mit Body-Percussion. Die Schüler:innen brachten Zeitungspapier zum Rauschen und Schwingen. Des Weiteren wurden verschiedene Arten von Geräuschen und Klängen kennengelernt und mit Materialien in Verbindung gebracht, wie z. B. Holz, Metall oder Fell. Diese Klänge konnten laut und leise sein, schnell und langsam, kurz oder lange, pulsierend oder flächig sein. Dabei wurden eigene Rhythmen erfunden. 


Mit "Peter und der Wolf" haben die Kinder den Charakter von Instrumenten und Melodien kennengelernt und mit Pantomime und eigenem Rhythmus verbunden und Bilder dazu gezeichnet. Es gab auch kurze Klavierstücke, live gespielt am Klavier, mit denen sich die Kinder entspannen konnten. In vielen Bewegungsübungen (laufen mit einem langsam verklingenden Instrument), wurden Klang und Bewegung körperlich direkt miteinander verbunden (Audiopädie). Auf diese Weise entstand auch mit Zimbeln, Trommeln und Percussionsinstrumenten eine kleine Choreografie auf der Bühne.

 

Was wurde erreicht?

  • Die Klasse kennt das Werk "Peter und der Wolf" in Musik und Bildern
  • Die Kinder kennen das Orchester und einzelne Instrumente daraus
  • Sie haben Percussionsinstrumente kennengelernt und mit ihnen Rhythmen im 3⁄4- oder 4/4-Takt gespielt und selbst erfunden
  • Die Schüler:innen haben Klavierstücke kennengelernt
  • Die Teilnehmer:innen des Projekts können Charaktere mit Musik und Bewegung verbinden

2. Halbjahr: Geschichten und Figuren – künstlerische Ausdrucksformen

Die brasilianische Künstlerin und Walldorfpädagogin Nivia Amaral führte die Kinder auf theatrale und performative Weise in die fantastische Welt des Puppenspiels. Dabei war die Klasse partizipativ und interaktiv miteinbezogen, es wurde viel miteinander gesprochen und musiziert. Bei der künstlerischen Praxis wurde der ganze Körper gebraucht. Die Künstlerin arbeitete erlenbisorientiert und schaffte einen magischen Raum voller Poesie, der die Kinder in seinen Bann zog. Alle hatten große Lust, selbst kreativ zu werden. Singen, Klatschen, Bauen, Spielen – in der MUS-E® Klasse von Nivia Amaral kamen viele künstlerische Methoden zum Einsatz. Das Singen und Spielen führte die Kinder in die Welt der Kunst ein. Alsbald entstand ein buntes Schiff mit Wachsmalfarben und Papier. Zuvor wurde mit Ton experimentiert und ein Puppentheater gespielt mit Musik und Klängen aus der Klasse.


1. Halbjahr: Empfindsames Hören

Zusammen mit MUS-E® Künstler Johannes Santos hat die Klasse 1b viel gehört! Es wurden nicht nur Geräusche aus dem Schulranzen oder Geräusche, die Alltagsgegenstände wie Papier oder Gummis machen, erforscht, auch die Klänge von Percussions- und Orchesterinstrumenten boten viel Raum für ungeahnte Entdeckungen. So wurde beispielsweise das Werk "Peter und der Wolf" von Sergei Prokofjew gehört und der Charakter der verschiedenen Instrumente und Melodien kennengelernt, mit Pantomimen und eigenem Rhythmus verbunden und Bilder dazu gezeichnet.

Mit Spielen und motivierenden Übungen haben die Kinder die Geräusche und Musik mit Bewegung verbunden, auch mit Body-Percussion. Außerdem wurden verschiedene Arten von Geräuschen und Klängen kennengelernt und mit Materialien in Verbindung gebracht, wie z. B. Holz, Metall oder Fell. Diese Klänge konnten laut oder leise, schnell oder langsam, kurz oder lang, pulsierend oder flächig sein. Dabei haben die Schüler:innen eigene Rhythmen erfunden. Ebenso wurde geübt ganz leise zu sein: Nach den MUS-E® Stunden wurden die Instrumente geräuschlos und geordnet wieder aufgeräumt. Auch Johannes Santos' Klavierkünste bekamen die Kinder zu hören: Er gab kurze Musikstücke zum Besten, gespielt live am Klavier, mit denen sich alle entspannen konnten.

Zum Abschluss gab es oft Bewegungsübungen (z. B. Laufen mit einem langsam verklingenden Instrument), mit denen Klang und Bewegung körperlich direkt miteinander verbunden wurden (Audiopädie). In den letzten MUS-E® Stunden erprobten sich die Kinder in Geräuschkompositionen zum Thema "Gewitter".

 

Was wurde erreicht?

 

  • Kennenlernen des Werks "Peter und der Wolf" in Musik und Bildern
  • Verständnis über das Orchester und einzelner Instrumente daraus
  • Spielen und Erfinden von Rhythmen im 3⁄4- oder 4/4-Takt
  • Vertrautmachen mit Klavierstücken 
  • Verbinden von Charakteren mit Musik und Bewegung

1. Halbjahr: Ästhetische Erziehung als Bildung der Wahrnehmungs- und Erlebnisfähigkeit

Für die Kinder der Klasse 1a gibt es in diesem Schuljahr ein ganz besonderes Projekt. MUS-E® Künstlerin Nivia Amaral verbindet in "Ästhetische Erziehung als Bildung der Wahrnehmungs- und Erlebnisfähigkeit" Werken mit Ton, Puppenspiel und Singspiele.

Zum Einstieg lernen die Kinder die Singspiele "Hänsel und Gretel" sowie "1, 2, 3 im Sauseschritt" kennen, denn mit gut aufgewärmten Körpern fällt es leichter, künstlerisch aktiv zu werden und sich einer qualifizierteren Denktätigkeit zu widmen. Nebenbei werden spielerisch Körperwahrnehmung, Körpergefühl und die Grob- und Feinmotorik geschult. 

 


Der nächste Abschnitt des Projektes umfasst das Werken mit Ton. Um die Kinder an das Material "Ton" heranzuführen, darf sich jedes Kind ein Stück Ton nehmen. Es wird "befühlt", experimentiert, geschlagen, geknetet und gerollt. Alle lernen dadurch das neue Material besser kennen und sind somit in der Lage, durch "Begreifen" und "Ertasten" die Beschaffenheit des Tons zu beschreiben (kalt, nass, klebrig). Erst nach dieser Phase wird von allen ein Ei geformt. Aus diesem Ei lassen die Kinder nun die Formen entstehen, welche die Figuren des anschließenden Puppenspiels darstellen sollen, das die Kinder mehrmals erleben. Mit ihren eigenen Figuren darf nun jedes Kind sein Puppenspiel vorführen.

Über einen Zeitraum von zwei bis drei Wochen spielt MUS-E® Künstlerin Nivia Amaral den Kindern das gleiche Puppenspiel "Vom schlafenden Apfel" mit einfachen selbst gemachten Stehpuppen vor. Erwartungsvoll und gespannt verfolgen die Kinder die Aufführung eines jeden Stückes. Nach und nach werden die kleinen Rituale von den Kindern übernommen, bis es ihnen gelingt, die Aufführung des ganzen Spiels zu übernehmen.

 

Am 13. Oktober 2021 hatten die Kinder der Klasse 1a eine sehr schöne MUS-E® Stunde, in der sie zu dem kleinen Puppenspiel Figuren aus Ton erstellt haben. Das Video links gewährt einen kleinen Einblick in den Ablauf der Stunde. Viel Spaß beim Schauen!

 

Wir wünschen der Klasse 1a weiterhin viel Freude mit ihrem Projekt und freuen uns schon auf weitere tolle Ergebnisse!



Schuljahr 2020/21

2. Halbjahr: Pantomime mit stärkenden Übungen zur Motorik

Mit den ersten Klassen führte MUS-E® Künstlerin Sara Backhaus im zweiten Halbjahr das Theater-Projekt "Pantomime mit stärkenden Übungen zur Motorik" durch. Die Klasse startete mit einem Warm-up mit angeleiteten Mimik-Bewegungsübungen. Das Besondere bei dieser Pantomime-Übung war die stumme Interaktion zwischen der Künstlerin und den Kindern, welche die Phantasie anregte. Anschließend wurde sich in verschiedenen Übungen spielerisch mit dem Thema Pantomime beschäftigt. Beispielsweise im "Fokus-Spiel", bei dem jede:r einen "Eisklotz" erhält, sich zur Musik bewegt und beim Kommando "Freeze" in einer angenehmen Position in dem Eisklotz verharrt. "Denkt über euch nach! Bleibt ruhig! Was ist in eurem Kopf?", stand hier im Mittelpunkt.


Bei der stärkenden Motorik-Übung "Im Museum" formte ein Kind am anderen Kind eine Statue und sagte zur Statue: "Ich weiß nicht, was ich will".  Das Publikum riet ihm Anschluss, was die Statue darstellen sollte. Die abschließende Reflexionsphase fand unter großer Beteiligung  der Kinder statt, und auch das Ritual zur Verabschiedung "Schluss-Aus-Basta" wurde von den Kindern begeistert gelebt.

 

"Mein Körper fühlt sich jetzt ganz anders an!"

"Bei mir ist das Meer im Kopf!"

1. Halbjahr: Vielleicht?

Den Anfang an der Bertha-Hirsch-Schule machten die beiden MUS-E® Künstlerinnen Anna Timme und Nathalie Veit mit der Sparte Theater und ihrem Projekt "Vielleicht?" nach dem Bilderbuch von Kobi Yamada und Gabriella Barouch. Hintergrund dieser Idee war es, den Kindern der Klassen 1a und 1b mit Mitteln des Theaters in den schwierigen Zeiten der Corona-Einschränkungen Methoden zur Entspannung und Ressourcenaktivierung zu bieten. Natürlich kamen dabei der Spaß und das Theaterspielen nicht zu kurz. Die Phantasie der Schüler:innen wurde durch den Einsatz von Zaubergläsern geweckt, indem mit Hilfe des Inhalts der Gläser Geschichten entwickelt wurden. Aufgelockert wurde das Projektgeschehen durch Bewegungsspiele, in denen die Kinder in fremde Rollen schlüpften.

 

MUS-E® Künstlerin Nathalie Veit berichtet: "Wir haben gemeinsam Geschichten erfunden, unseren Körper wahrgenommen, haben ihn locker getanzt, aufgeweckt und sind spielerisch in verschiedene Rollen geschlüpft. Wir haben Dinge und vor allem uns selbst verzaubert und haben Fantasiewelten erkundet. Die Kinder sind mit viel Energie und Motivation dabei, und in jeder Stunde entsteht ein neuer Schatz an Erfahrung und Erinnerung, den wir symbolisch in einem Glas festhalten."

Die Bilder sind per Klick zu vergrößern.