Koordination: MariaAnna Fachinger-Hommel
Schuljahr 2025/26
Ausprobieren • gemeinschaftliches Tanzen • verbesserte Fußmotorik • Ausdauer • Rhythmus
Im Projekt „Céilí – irischer Gruppentanz“ beschäftigten sich die Klassen 4a und 4b gemeinsam mit MUS-E® Künstlerin Marie Zimmermann intensiv mit dem irischen Tanz und seiner Tradition. Im Zentrum standen die sogenannten Céilí-Tänze, Gruppentänze, die entweder mit wechselnden Partner:innen oder festen Partner:innen getanzt werden. Das gälische Wort „Céilí“ bedeutet übersetzt „bunter Abend“ und beschreibt das gesellige Tanzen miteinander. Die Kinder lernten zunächst einzelne Schritte des irischen Tanzes kennen und übten diese zu typischer irischer Musik. Schritt für Schritt wurden die Bewegungen zusammengesetzt und zu vollständigen Céilí-Tänzen kombiniert. Dabei wechselten die Schüler:innen zwischen einfachen Tänzen mit wechselnden Partner:innen und längeren Tänzen mit festen Partner:innen. Ein besonderer Fokus lag auf dem gemeinsamen Tanzen und dem Erleben von Rhythmus, Koordination und Körperhaltung. Gleichzeitig entdeckten die Kinder die Besonderheiten des irischen Tanzes – die Musik, das Schuhwerk und die typischen Figuren – und konnten diese mit eigenen Erfahrungen aus Freizeitaktivitäten vergleichen.
Klassenlehrerin der 4a Melanie Strauch berichtet:
"Die Künstlerin hatte eine gute Mischung aus Wiederholung und gleichzeitigen Herausforderungen in der Stunde und eine tolle warmherzige, geduldige Art mit den Kindern umzugehen. Kinder mit herausforderndem Verhalten haben manche Phasen zu einer Herausforderung gemacht, die die Leitung einfühlsam gelöst hat. Gleichzeitig haben auch diese Kinder einen Aspekt der Kultur kennengelernt, den sie sicher nicht vergessen werden und so wahrscheinlich nicht wieder geboten bekommen. Die Kinder erlernten mehrere, teils anspruchsvolle, Tänze in der Zeit. Die Begeisterung der Kinder war zu spüren und zu sehen. Die Kinder fanden die Berührungen mit den Händen ungewohnt und teilweise als sehr unangenehm, wir konnten uns darauf einigen, einen Finger einzuhaken. Nicht ganz einfach war die Aufgabe ,Finde einen Partner', hier kamen Schwierigkeiten im sozialen Miteinander deutlicher als sonst zutage. Entwicklung: Anfangs skeptische Kinder ließen sich immer mehr auf das Tanzen und Miteinander ein. Kinder, die sich sonst nicht so zeigten, hatten tänzerische Begabung und zeigten Freude. Alle Kinder haben einen deutlichen Kompetenzzuwachs im irischen Tanz erworben. "
"Klassenlehrerin der 4b Susanne Kunze berichtet:
"Alle Kinder strahlten im Prinzip über die ganze Einheit hinweg Freude, Lust und Interesse am Çeili-Tanz aus. Die Mädchen übten in den Schulpausen während der Woche, und viele Kinder berichteten zu Hause vom Erlebten und/oder zeigten Tanzschritte. Die Elternschaft erhielt regelmäßig Tanzausschnitte oder Fotos von Çeili-Tänzen und zeigten sich begeistert. Von den Eltern kamen Reaktionen wie: ,Mein Kind strahlt immer, wenn es von MUS-E® erzählt! Welch ein Glück, die Möglichkeit zu haben, mit solch einer Tänzerin üben zu dürfen.' oder: ,Ich hätte nie gedacht, dass mein Junge so gerne tanzt' bis hin zu: ,Mein Junge (Autist) hat durchgängig mitgemacht, Hände gegeben, mitgetanzt, sich ausgetauscht. Selten war es für ihn zu viel, aber auch dafür fand sich eine Lösung!'"
MUS-E® Künstlerin Marie Zimmermann berichtet:
"Während es zu Beginn des Halbjahres für viele Kinder schwierig war mit allen Klassenkamerad:innen zu tanzen, wurde das Miteinander-Tanzen im Laufe des Halbjahres für viele Kinder selbstverständlicher. Während des Halbjahres entdeckten die Kinder sowohl Besonderheiten, die der irische Tanz, die Musik und das Schuhwerk mit sich bringen, als auch Ähnlichkeiten und Unterschiede mit den Hobbies, die die Kinder in ihrer Freizeit ausüben. Mich freut es besonders zu sehen, wenn Kinder, die in der Klassengemeinschaft anfänglich zurückhaltend waren, am Ende des Halbjahres selbstverständlicher auf ihre Klassenkamerad:innen zugehen oder im Tanz von diesen aufgenommen werden."
O-Töne der Kinder:
"Ich spreche jetzt mit Klassenkameraden, mit denen ich noch nie gesprochen habe."
"In der Klasse hat sich etwas verändert, ich kann es aber nicht genau beschreiben."
"Jungs und Mädchen gehen entspannter miteinander um."
"Wir fassen uns jetzt einfach an, ohne einen Pulli über die Hand zu ziehen."
Schuljahr 2024/25
Am 11. September starteten die Klassen 3a und 3b ein besonderes MUS-E® Projekt mit Künstlerin Franziska König: die „Erzählwerkstatt mit Illustrationen“. Im Mittelpunkt stand die kreative Verbindung von Geschichten und Bildgestaltung. Jedes Kind entwickelte dabei ein eigenes Fanzine-Faltbuch (Leporello) – eine ziehharmonikaartig gefaltete Papierform, auf der die erzählten Geschichten illustriert wurden. Jede MUS-E® Stunde widmete sich einer neuen Erzählung. In der zweiten Einheit begegneten die Schüler:innen dem „Zauberlehrling“ – eine sprachlich anspruchsvolle Geschichte. Um den Zugang zu erleichtern, half Franziska König den Kindern mit einem alltagsnahen Vergleich: „Ich habe ihnen gesagt, dass sie sich vorstellen sollen, ihr Meister sei die Lehrerin oder die Eltern, die ihnen eine unliebsame Aufgabe geben. Dann finden sie das alte Zauberbuch von Opa … das hat super funktioniert!“
Durch diesen Perspektivwechsel entwickelten die Kinder eine tiefere emotionale Verbindung zur Geschichte. In ihren Leporellos stellten sie dar, wie sie als Lehrlinge ihre Aufgaben „verzauberten“, sodass diese nicht mehr als unangenehm empfunden wurden. Das Projekt verknüpfte Sprache mit Bildgestaltung und ermöglichte eine vielseitige Auseinandersetzung mit den erzählten Inhalten. Nach jeder Geschichte tauschten sich die Kinder über Werte und zentrale Themen aus, bevor sie ihre Erlebnisse künstlerisch umsetzten. Der gestalterische Teil fand im Kunstraum statt, wo sie verschiedene Techniken kennenlernten und anwendeten:
Der Ansatz orientierte sich an der Reggio-Pädagogik, die das Kind als aktiven Gestalter seiner Umwelt betrachtet: „Ein Kind hat hundert Sprachen, hundert Hände, hundert Gedanken, hundert Weisen zu denken, zu spielen, zu sprechen.“ Dieser kreative Freiraum half den Schüler:innen, ihre eigenen Ausdrucksformen zu entdecken und zu entfalten. Besonders Kinder mit Schwierigkeiten im Lesen und Schreiben profitierten von der Mischung aus Wort- und Bildsprache. Die künstlerische Arbeit unterstützte sie dabei, Inhalte intuitiv zu erfassen und auszudrücken. Am Ende des Projekts hielt jedes Kind sein eigenes individuelles Portfolio in den Händen – eine Sammlung der gezeichneten Geschichten als bleibende Erinnerung an eine inspirierende Zeit. Das Projekt „Erzählwerkstatt mit Illustrationen“ bewies einmal mehr, wie Kunst nicht nur Kreativität und Ausdrucksfähigkeit fördert, sondern auch die soziale Kompetenz und das Gemeinschaftsgefühl in der Klasse stärkt.
Franziska König äußert sich zu den Herausforderungen der Erzählung: "Da die Sprache doch recht schwer ist, habe ich ihnen gesagt, dass sie sich vorstellen sollen, dass ihr Meister die Lehrerin oder die Eltern sind. Diese geben ihnen eine unliebsame Aufgabe, die sie versuchen, nicht selbst machen zu müssen, und dafür das alte Zauberbuch von Opa finden … das hat super funktioniert!“
Diese kreative Herangehensweise förderte das Verständnis und die Phantasie der Schüler:innen, denn anschließend fiel es den Kindern dann ganz leicht, in ihr Faltbuch zu malen, wie sie als Lehrlinge ihre eigenen Aufgaben verzaubern, sodass sie nicht mehr so unangenehm erscheinen. Das Projekt "Erzählwerkstatt mit Illustrationen" bietet den Kindern nicht nur die Möglichkeit, ihre künstlerischen Fähigkeiten zu entfalten, sondern unterstützt auch die sozialen Kompetenzen und das Gemeinschaftsgefühl innerhalb der Klasse.
Präsentation Klasse 3a
Präsentation Klasse 3b
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