Kindertagesstätte Villa Kunterbunt Neuhofen

Koordination: Ingrid Wendling-Thiel

Seit dem Vorschuljahr 2024/25 wirkt MUS-E® auch in der Kindertagesstätte Kunterbunt in Neuhofen.


Vorschuljahr 2025/26

1. Halbjahr: Wie haben das die Künstler:innen gemacht?

künstlerisch-gestalterische Kompetenzen • kulturelle Bildung • soziale Kompetenzen • Körperwahrnehmung und Selbstausdruck • sprachliche und kognitive Entwicklung • Raumwahrnehmung und  Präsentationskompetenz 

Im Projekt „Wie haben das die Künstler:innen gemacht“ arbeitete MUS-E® Künstlerin Sabine Amelung mit zwei Gruppen von Vorschulkindern über einen Zeitraum von neun Wochen an jeweils einstündigen Kunstvormittagen. Ziel war es, den Kindern unterschiedliche zeitgenössische Künstler:innen und deren Arbeitsweisen nahezubringen und spielerisch eigene künstlerische Erfahrungen zu sammeln. Den Auftakt bildeten Formenbilder nach Rupprecht Geiger. Die Kinder arbeiteten mit Neonfarben, malten und schnitten geometrische Formen aus, die anschließend zu neuen Kompositionen zusammengefügt wurden. Inspiriert von Anton Kokl experimentierten die Kinder auf großen Papieren mit breiten Pinseln und Acrylfarben in Braun-, Blau- und Rottönen und überlagerten diese mit tanzenden weißen Bewegungen. Bei Tony Cragg setzten sie die Technik vieler Umrisslinien auf Leporellos um, die sie erzählerisch mit Obst, Süßigkeiten oder Gemüse füllten. 


Für die Arbeiten nach Yayoi Kusama entstanden grüne Faltblätter mit Punkten und Hexenleitern, bevor zum Abschluss Blätterwälder in der Art von Henri Matisse gestaltet und aufgeklebt wurden. Höhepunkt des Projekts war eine große Ausstellung in der Turnhalle, bei der die Kinder ihre Werke stolz den Eltern präsentierten. Die Kinder erlebten Freude an der künstlerischen Auseinandersetzung, entdeckten unterschiedliche Techniken und Möglichkeiten der Gestaltung und entwickelten spielerisch Fähigkeiten wie Schneiden, Malen und Zeichnen. Zugleich stärkten sie Konzentration, Wahrnehmung, Ausdrucksfähigkeit und die Fähigkeit, vor einer Gruppe zu präsentieren und Informationen zu vermitteln. Das Projekt verdeutlichte, wie vielfältige künstlerische Erfahrungen, experimentelles Arbeiten und die Auseinandersetzung mit Werken bekannter Künstler:innen Kinder in ihrer Kreativität, ihrem Ausdruck und ihrer Wahrnehmung gleichermaßen fördern können.

 

O-Töne der Kinder:

"Können wir das bitte immer machen?"

"Ich möchte nur in eine Kunstschule gehen."

"Kann ich Künstler werden?"

 

"Man sieht in den Bildern der Kinder die Charaktere der Kinder, Anna räumt gerne auf und ihr Bild ist aus ganz exakten Streifen zusammengesetzt."

- Viola Bertram, leitende Erzieherin


Vorschuljahr 2024/25

2. Halbjahr: Kunstwelten entdecken | Kennenlernen von künstlerischen Strategien, Techniken und Biografien

künstlerisch-gestalterische Kompetenzen • kulturelle Bildung • soziale Kompetenzen • Körperwahrnehmung und Selbstausdruck • sprachliche und kognitive Entwicklung • Raumwahrnehmung und  Präsentationskompetenz 

Ausgangspunkt für das Projekt "Kunstwelten entdecken" mit MUS-E® Künstlerin Sabine Amelung in der Vorschulgruppe "Kristalle" war das Motiv des Kreises, inspiriert durch Yayoi Kusama. Jedes Kind gestaltete ein Zine, in das Kreise geklebt und gedruckt wurden mit selbst gefertigten Druckformen aus Dämmmaterial, die auch untereinander getauscht wurden. Im nächsten Schritt malten die Kinder Frühlingsbäume: Stämme aus Papier wurden ausgeschnitten und auf eine lange Bahn geklebt, Blüten mit Korken gestempelt. Draußen wurde mit Schriftpinseln Landschaften gezeichnet und dabei das Gesehene direkt ins Bild übertragen. Inspiriert von Sean Scully entstanden farbige Landschaftshintergründe mit aufgeklebten schwarzen Figuren. Die große Welle von Hokusai regte zwei Rollbilder mit ausgeschnittenen Wellen und Positiv- und Negativformen, ergänzt durch den Fuji-San, an.


Als „Kristallgruppe“ gestalteten die Kinder Kristallformen aus Transparentpapier, umrundet mit Edding. Eine lange Schwarz-Weiß-Zeichnung entstand, indem sich Kinder umarmend auf Papier legten und gegenseitig abzeichneten – ohne Köpfe und Füße, die so im späteren Tragen besonders hervortreten. Die Abschlusspräsentation fand in einer benachbarten Scheune statt, die zuvor gemeinsam besichtigt wurde.

 

"Wenn ich sehe, wie die Künstlerin den Kindern Dinge und Tätigkeiten zutraut und diese dadurch ermuntert, etwas zu tun, dass es kein Richtig oder Falsch gibt, dann freue ich mich, dass ich Teil des Projekts bin und unsere Kinder ganz anders wahrnehmen kann."

- Erzieherin

"Wie unvoreingenommen die jungen Kinder noch sind, wie sehr sie forschen wollen, wie neugierig sie sind, wie etwas aussehen kann, wie stolz sie sind, dass sie etwas schaffen, das sie noch nicht kennen, wie viel Freude es ist, die Kinder jede Woche zu sehen und ihnen diese Möglichkeiten zu bieten, wieviel ich lernen kann, wenn ich sehe, wie vertieft die Kinder sich in den Prozess begeben und wie unwichtig es ist, eine Aufgabe zu erfüllen, vielmehr sich treiben zu lassen und zu erleben, wie etwas Neues entsteht. Alles geschieht in dem Moment, in dem die Kinder tätig sind. Es gibt kein Verschieben, kein anderes Mal, es ist alles jetzt."

- Sabine Amelung