Koordination: Helen Sütterlin
Seit dem Schuljahr 2024/25 kann MUS-E® dank der großzügigen Spende einer Privatperson in einer Klasse der Hardbergschule in Mosbach stattfinden. Die Hardbergschule in Mosbach ist eine Förderschule mit dem Schwerpunkt "Lernen" und bietet individuell abgestimmte Förderung für Schüler:innen mit besonderen Bedürfnissen. Für die nächsten zwei Jahre sind bereits folgende Sparten und Künstler:innen eingeplant: Theater mit Margarethe Kühner, Bildende Kunst mit Elke Vater und Musik mit Joachim Bader. Wir können es kaum erwarten, zu sehen, welche Kunstwerke sie gemeinsam erschaffen werden und wünschen viel Freude mit MUS-E®!
Schuljahr 2025/26
Kreativität • Mut • Selbstwirksamkeit • Wertschätzung • umsichtiges Arbeiten mit verschiedenen Materialien
Im Zeitraum von Juni bis Dezember fand ein Kunstprojekt mit MUS-E® Künstlerin Elke Vater in der Klasse 7 des SBBZ Lernen statt. Ziel des Projekts war es, einen freien und experimentellen Zugang zur Kunst zu eröffnen. Im Mittelpunkt standen das Ausprobieren von Farben, das Arbeiten mit unterschiedlichen Materialien und das Experimentieren mit vielfältigen künstlerischen Techniken. Entscheidend war dabei nicht die perfekte Ausführung, sondern das kreative Erleben und der Mut zum eigenen Ausdruck. Im Verlauf der MUS-E& Stunden zeigte sich eine spürbare Entwicklung: Die Schüler:innen wurden zunehmend mutiger, offener und freier in ihrer gestalterischen Umsetzung.
Mit wachsendem Selbstvertrauen entstanden zahlreiche individuelle und ausgesprochen kreative Werke, die die persönlichen Fähigkeiten und Ideen der Teilnehmenden widerspiegelten. Der Spaß und die Freude am künstlerischen Tun standen dabei stets im Vordergrund. Zum Abschluss entstanden drei großformatige Gemeinschaftswerke, an denen alle beteiligt waren. Diese Arbeiten wurden im Schulhaus präsentiert und fanden große Wertschätzung bei Mitschüler:innen, Lehrkräften und Eltern. Den feierlichen Schlusspunkt setzte eine Vernissage, bei der die Kinder ihre entstandenen Werke stolz vor Eltern sowie geladenen Gästen präsentierten. Neben dem Erlernen verschiedener künstlerischer Techniken lag der bedeutendste Erfolg des Projekts jedoch in der neu entdeckten Freude an der Kunst. Durch gegenseitige Wertschätzung, Unterstützung und gemeinsames Arbeiten wuchsen die Schüler:innen nicht nur individuell, sondern auch als Klassengemeinschaft sichtbar zusammen.
Klassenlehrerin Alexandra Gotter berichtet: "Ich war überrascht davon, wie schnell sich die Schüler:innen auf das Projekt einlassen konnten und wie toll sie sich diesbezüglich entwickelt haben. Anfangs noch unsicher, mit wenig Selbstvertrauen, teilweise mit wenigen Ideen und unkreativ, wuchsen sie alle von Woche zu Woche zu richtigen kreativen Künstler:innen mit individuellen Fähigkeiten und Talenten. Der Umgang untereinander war immer wertschätzend, konstruktiv und unterstützend. Das ist für eine gute und stabile Klassengemeinschaft von unsagbarem Wert."
MUS-E® Künstlerin Elke Vater berichtet: "Das Arbeiten am SBBZ Lernen machte große Freude, stellte aber auch besondere Herausforderungen dar. Für die künstlerische Umsetzung mit Schüler:innen mit besonderem Förderbedarf bedarf es viel Geduld und teilweise besondere Unterstützung. Dieses neue Arbeitsfeld war spannend und für mich gleichermaßen überraschend, wie gut sich die Kinder auf das Projekt einlassen konnten."
Schuljahr 2024/25
Selbstvertrauen • Ausdrucksfähigkeit • Teamgeist • Empathie • Konzentration • Kreativität • Überwindung
Im Projekt „Theater | Ein Land ohne Namen“ entdeckte die Klasse 6 gemeinsam mit MUS-E® Künstlerin Margarethe Kühner die Bühne als Raum für Ausdruck, Begegnung und persönliches Wachstum. Über mehrere Wochen hinweg arbeiteten die Schüler:innen einmal wöchentlich für 90 Minuten intensiv an einem Theaterstück, das nicht nur Kreativität, sondern auch Mut und Teamgeist erforderte. Im Mittelpunkt standen spielerische und technische Grundlagen des Theaters: Warm-ups, Lockerungs- und Bewegungsspiele, Übungen zu Mimik und Gestik sowie das gemeinsame Erarbeiten von Inhalten.
Besonders beeindruckend war der Ausflug zum Nationaltheater Mannheim, der für viele Schüler:innen einen ersten direkten Kontakt zur professionellen Theaterwelt ermöglichte. Die Klasse entwickelte Requisiten im Unterricht, probierte Kostüme an, schminkte sich gegenseitig und wuchs bei den gemeinsamen Proben zu einem echten Ensemble zusammen. Auch wenn es für viele eine große Überwindung bedeutete, vor Publikum zu sprechen und zu spielen, trauten sich am Ende alle auf die Bühne.
Bei den zwei abschließenden Aufführungen zeigte sich nicht nur das Ergebnis vieler Stunden konzentrierter Arbeit, sondern auch, wie sehr jede:r Einzelne über sich hinausgewachsen war. Verborgene Talente kamen zum Vorschein, Selbstvertrauen wurde gestärkt, Ängste wurden überwunden. Die Kinder erfuhren auf vielfältige Weise, was Miteinander, Empathie, Rücksichtnahme und gegenseitige Wertschätzung bedeuten. Mit Stolz blickten nicht nur die Schüler:innen auf ihre Leistung – auch die Eltern waren tief beeindruckt von dem, was ihre Kinder auf die Beine gestellt hatten. Das Projekt war nicht nur ein künstlerischer Erfolg, sondern auch eine wertvolle Erfahrung für die Klassengemeinschaft. Nun blickt die Klasse voller Vorfreude dem zweiten Teil des MUS-E® Programms entgegen: dem künstlerischen Gestalten.
Kontakt
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