Koordination: Jenny Schmiedel
MUS-E® an der Kindertagesstätte Rütlistraße richtet sich insbesondere an Kinder mit vielfältigen sprachlichen Hintergründen und hat das Ziel, mit Hilfe künstlerischer Methoden Kreativität, soziale Kompetenzen und Sprachfähigkeit bei Vorschulkindern zu fördern. Von zwei Vorschulgruppen nehmen insgesamt 19 Kinder im Alter von 5 bis 7 Jahren an MUS-E® teil.
Indem wir das MUS-E® Konzept auch in Kindertageseinrichtungen verankern, öffnen wir den Zugang für noch mehr junge Menschen. Der Grundgedanke von MUS-E® ist, dass jedes Kind individuelle Stärken, Bedürfnisse und Ausdrucksformen mitbringt. Wenn wir das Programm für weitere Bildungsorte und Altersgruppen anpassen, können noch mehr Kinder auf vielfältige Weise von künstlerischen Lernprozessen profitieren. Gerade in einer Zeit, in der sich unsere Gesellschaft stetig wandelt, braucht es Bildungsangebote, die beweglich und anpassungsfähig sind. Mit unserer Arbeit möchten wir zeigen, wie ein kreatives Programm sich fortlaufend weiterentwickeln kann, um den heutigen Anforderungen und Lebensrealitäten von Kindern gerecht zu werden.
Vorschuljahr 2024/25
Erweiterung des Wortschatzes • Stärkung von Ich-Kompetenzen • Ausdruckskraft • Förderung sozialer Fähigkeiten • Sensibilisierung für künstlerischen Ausdruck als Form der Selbstentfaltung
Von November 2024 bis Juni 2025 fand in zwei Vorschulgruppen ein Theaterprojekt mit MUS-E® Künstler Thomas Matuszewski statt. Es wurde intensiv mit klassischen Märchen wie „Der Froschkönig“ und „Die Schöne und das Biest“ gearbeitet. Für viele der Kinder aus migrantischen Familien stellte dies den ersten bewussten Kontakt mit diesen Erzähltraditionen dar. Die Märchen boten ihnen einen spielerischen Zugang zur deutschen Sprache, halfen beim Erlernen wichtiger Begriffe und ermöglichten es, kulturelle Symbolik kennenzulernen. Gleichzeitig stärkten sie das Selbstvertrauen der Kinder im sprachlichen wie nonverbalen Ausdruck. Durch szenisches Spiel und kindergerechte Interpretationen eröffneten sich Wege der Integration und der Wertschätzung verschiedener Lebenswelten.
Im Mittelpunkt des Projektzeitraums stand die theaterpädagogische Praxis mit besonderem Fokus auf Kommunikationsfähigkeit und Ausdruck. Viele der Kinder wachsen mehrsprachig auf und verfügen noch über geringe Deutschkenntnisse. Die erlebnisorientierte Arbeit im geschützten Rahmen des Theaters half ihnen, sprachliche Hemmschwellen abzubauen, Selbstbewusstsein aufzubauen und Freude an Sprache wie Bewegung zu entwickeln. Die Projektarbeit umfasste schrittweise angeleitete Übungen zu Stimme, Mimik, Körperhaltung, Bewegung und szenischem Spiel. Zudem wurde gemeinsam eine Abschlussaufführung erarbeitet. Durch konsequente Ermutigung nahmen auch zurückhaltende Kinder aktiv teil und standen bei der Abschlusspräsentation stolz vor ihren Eltern auf der Bühne.
„Ein tolles Projekt, in dem jedes Kind an der Stelle mitgenommen wurde, wo es aktuell steht. Die Aufführung vor den Eltern erzeugte bei den Kindern großes Kribbeln im Bauch. Sie waren alle sehr aufgeregt, aber am Ende hat der Applaus und die leuchtenden Augen der Eltern sie sehr stolz gemacht.“
- Projektbeteiligte
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