Koordination: Ingrid Wendling-Thiel
Die Rehbachschule Neuhofen ist eine lebendige und vielfältige Grundschule bei Speyer, die großen Wert auf eine ganzheitliche Bildung legt. Neben den klassischen Unterrichtsfächern bietet die Rehbachschule seit dem 1. Schulhalbjahr 2024/25 MUS-E® an und ermöglicht ihren Kindern neue künstlerische Erfahrungen mit professionellen Kunstschaffenden.
Schuljahr 2025/26
Gemeinschaftsdenken • Groove • Musikalität • Bounce
Im MUS-E® Projekt "United" mit der Künstlerin Dany Lahdo stand in der Klasse 3a das Thema Gemeinschaft im Mittelpunkt. Dieses Leitmotiv spiegelte sich sowohl in der Musik als auch in den erarbeiteten Tanzschritten wider. Zu Beginn lernten die Kinder grundlegende Hip-Hop-Basics und Grooves kennen. Ein zentraler Bestandteil war dabei der Bounce – die charakteristische Wippbewegung im Hip-Hop, die aus den Knien entsteht und in den gesamten Körper übertragen wird. Im Verlauf der folgenden Wochen entwickelte sich ein gemeinsamer Arbeitsrhythmus, und auch die Freude am Projekt wuchs stetig. Besonders die Gruppenarbeit wurde zu einem wichtigen Moment im Projekt. Hier konnten die Kinder eigene Ideen einbringen, kreativ werden und das Gelernte selbstständig umsetzen. Den Abschluss bildete eine gelungene Aufführung, in der die Klasse ihre Choreografien präsentierte und die gemeinsame Entwicklung sichtbar wurde.
Teamfähigkeit • Gestaltungskompetenz • Raumwahrnehmung • Ausdrucksfähigkeit • Prozessverständnis • Freude an Kreativität
Im vergangenen Halbjahr wurde das Klassenzimmer der 3c zu einem lebendigen Kunstatelier: Gemeinsam mit MUS-E® Künstlerin Sabine Amelung begaben sich die Kinder auf eine kreative Reise von abstrakter Malerei über Zeichnung bis hin zum architektonischen Modellbau. Inspiriert von Ruprecht Geigers leuchtender Farbwelt entstanden erste Kompositionen aus Wasser- und Neonfarben. Zahlen versteckten sich zwischen Formen, Farbverläufe flossen ineinander und wurden zu großen Gemeinschaftsbildern verbunden. Mit Blick auf die Arbeiten von Tony Cragg folgten fein gezeichnete Leporellos voller verschlungener Gefäße, phantasievoll gefüllt mit eigenen Ideen. Ergänzt wurden diese durch farbstarke Selbstporträts – jedes ein Ausdruck von Persönlichkeit und Mut zur eigenen Handschrift. Der Höhepunkt war ein selbstgebautes Museum. Aus Kartons, Mini-Leporellos und viel Teamarbeit entstand ein gemeinsames Ausstellungsgebäude mit eigenen Räumen, Fassaden und Themenwelten.
Die Kinder planten, gestalteten, kuratierten und wurden zu echten Ausstellungsmacher:innen. Bei der feierlichen Eröffnung führten sie ihre Gäst:innen stolz durch ihr „Papier-Museum“ und präsentierten ihre Werke mit eigenen Reden.
"Viele Kinder sind sehr langsam und verlieren schnell die Geduld und den Faden an ihren Arbeiten. Das ist eine wichtige Fähigkeit, die sie im Projekt üben können."
- Frau Kastriotis, Lehrerin
"Es ist schön, dass die Kinder bei diesem Projekt die Möglichkeit haben, etwas ohne Noten und Bewertung zu tun. Und es ist spannend, zu hören, welche Kinder sich am Projekt ganz und gar beteiligen."
- Herr Millutat, Klassenlehrer
MUS-E® Künstlerin Sabine Amelung berichtet:
"Zu Beginn war die Gruppe sehr langsam und unsicher, was sie machen sollten. Das Sich-auf-Sich-Beziehen und mit sich im Dialog zu sein waren die meisten nicht gewohnt. Umso mehr haben sie sich für die künstlerischen Biografien interessiert, um zu erfahren, wie das professionelle Gestalter:innen tun, wie sie an ihren Ideen dranbleiben und auch zum Ende kommen. Hier war auch die Gemeinschaft gefordert, man half sich gerne untereinander. Im Laufe des Projekts gab es viele Kinder, die große Freude hatten, den Museumsturm wachsen zu sehen und mit ihrer Arbeit ein Teil davon zu sein. Die Arbeit an sehr kleinen Formaten, an freien Farbräumen, an dreidimensionalen Objekten bis hin zur raumgreifenden Ausstellung öffnete und erweiterte die Vorstellungskraft für Raumempfinden. Zum Schluss waren die Kinder sehr stolz über das, was sie geschaffen haben und sie bedauerten, dass das Kunstprojekt jetzt erst einmal zu Ende ist. "
Schuljahr 2024/25
Selbstwirksamkeit • Ausdrucksfähigkeit • Kreativität • Teamfähigkeit • Durchhaltevermögen • Körpersensibilität
Im Projekt Tanztheater mit MUS-E® Künstlerin Sabrina Bauer stand die Verbindung von Bewegung, Ausdruck und Gemeinschaft im Mittelpunkt. Jede Einheit begann im Sitzkreis mit einer kurzen Reflexion zur vergangenen Stunde sowie einem thematischen Einstieg in die neue Einheit. Die Kinder der Klasse 2d hörten einander zu, brachten eigene Gedanken ein und erlebten sich dabei als ernst genommenes Gegenüber. Ein kurzes Ritual bestehend aus einem gemeinsamen Hocksprung mit „Teamschrei“ und dem rhythmischen Abklopfen einzelner Körperteile leitete über in ein bewegtes Warm-up. Mal im Raum, mal am Platz, erarbeiteten die Kinder spielerisch Aspekte wie Bewegungsqualität, Raumorientierung, Rhythmus und Rollenwechsel. Dabei entwickelten sie ein bewusstes Gefühl für Zeit, Takt, Raum und Körper. Improvisationen, häufig in Partner- oder Dreiergruppen, luden dazu ein, kreativ am jeweiligen Thema der Stunde zu forschen. Materialien wie Tücher, Bodenmarkierungen oder Sandsäckchen unterstützten diesen Prozess. Wer wollte, präsentierte seine Bewegungen vor der Gruppe. Bereits ab der zweiten Einheit wurde gemeinsam eine Tanzgeschichte entwickelt. Die Bewegungen entstanden aus Impulsen zu Gegensätzen, Raumbeziehungen oder Fortbewegungsarten.
Die Kinder entschieden mit, gestalteten selbst und erfuhren, wie ihre Ideen zu einem gemeinsamen Werk wurden. Die kontinuierliche Arbeit an der Geschichte zog sich über mehrere Wochen und stärkte das Durchhaltevermögen der Klasse. Ein besonderes Element bildete die Einbindung eines Mikrofons: Bei der Aufführung sprach jedes Kind eine Zeile eines selbst entwickelten Bewegungsgedichts – ein Moment der Sichtbarkeit und Selbstwirksamkeit. Über alle Phasen hinweg erlebten die Kinder, dass ihre eigenen Bewegungen, Ideen und Beiträge bedeutsam waren sowohl im kreativen Prozess als auch in der Präsentation des Erarbeiteten.
MUS-E® Künstlerin Sabrina Bauer berichtet: "Besonders schön: Im Kunstunterricht der Klassenlehrerin haben die Kinder jeweils ein Bild passend zum Thema des Tanztheaters gemalt: "Mit der Rakete zum Mond". So haben wir Bildende Kunst und Tanz miteinander vernetzt. An der Aufführung klebten wir die Bilder als Bühnenbild auf den Kasten."
Nach der Aufführung:
Lehrerin: "Heute hat es am Allerbesten geklappt! Was war denn plötzlich los?"
Kinder: "Ja klar, da war ja auch Publikum da!"
Körperbewusstsein • emotionale Ausdrucksfähigkeit • kreative Verarbeitung von Gefühlen • Empathie Ausdrucksstärke und Selbstbewusstsein
Im Rahmen des MUS-E® Projekts „Was kann Kunst?“ erprobte die Klasse 2b unter der künstlerischen Leitung von Sabine Amelung vielfältige künstlerische Strategien, Techniken und Ausdrucksformen. Über mehrere Wochen hinweg erhielten die Kinder einen praxisnahen Einblick in die Welt der Bildenden Kunst und setzten sich gestalterisch mit den Werken international bedeutender Kunstschaffender auseinander. Zu Beginn falteten die Schüler:innen ein Zine und gestalteten es mit Kreisen in Anlehnung an Yayoi Kusama.
Dabei kamen Cutout-Techniken und zeichnerische Mittel zum Einsatz. Darauf folgte eine Einführung in die Grundlagen der Portraitzeichnung. Nach einer Skizze auf DIN A4 übertrugen die Kinder ihre Portraits auf DIN A3, schnitten die Köpfe aus und kombinierten sie zu Collagen mit Sprech- und Gedankenblasen auf lilafarbenem Hintergrund. Inspiriert von Jean Dubuffet entstanden verzerrte Portraits in reduzierter Farbpalette (weiß, schwarz, blau, magenta), die auf bemalte Schuhkartonskulpturen aufgebracht wurden. Zudem beschäftigten sich die Kinder mit dem japanischen Künstler Hokusai und seiner berühmten Darstellung „Die große Welle“. Eigene Wellenzeichnungen wurden vergrößert, mit Acrylfarben ausgemalt und zu einem gemeinsamen Bodenleporello zusammengesetzt. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Auseinandersetzung mit asiatischen Schriftzeichen. Die Schüler:innen entwickelten ein eigenes Alphabet, schrieben Geheimbriefe mit Tusche und gestalteten ein „Haus der Buchstaben“. In der Vorbereitungsphase für die Abschlussausstellung übernahmen die Kinder zentrale Aufgaben. Sie planten die Vernissage, montierten ihre Arbeiten auf Bildbahnen, erarbeiteten einen installativen Aufbau und probten das Künstler:innengespräch. Die feierliche Eröffnung fand im Beisein der Eltern statt. Das Projekt förderte gezielt gestalterische Ausdrucksfähigkeit, kunsthistorisches Wissen sowie bildnerische Planungskompetenz. Die Schüler:innen entwickelten eigene Bildideen, reflektierten ihre Arbeiten im Dialog und erweiterten ihre Kommunikationsfähigkeit. Bei gemeinschaftlichen Arbeitsphasen wie dem Leporello oder der Ausstellungsgestaltung erlebten sie Teamarbeit als kreativen Prozess. Darüber hinaus eröffneten ihnen die Auseinandersetzung mit Hokusai und asiatischen Schriftsystemen neue Perspektiven auf kulturelle Ausdrucksformen jenseits des europäischen Raums.
"Auch wenn es Tage gibt, an denen die Kinder mal keine Lust haben, müde sind, oder mit anderen Dingen im Kopf beschäftigt sind, sieht man bei jedem Kind eine Entwicklung und Öffnung zur Kunst, da das Projekt über einen längeren Zeitraum läuft. Solch intensive Beschäftigung mit Kunst können wir im Schulalltag nicht leisten, wie toll, dass die Kinder jetzt dazu die Möglichkeit haben. Die Teamarbeit mit der Künstlerin ist deshalb gut, weil ich auch mal im Hintergrund auf einzelne Kinder intensiver zugehen kann, das stärkt das Vertrauen in der Klasse. Die Kinder sind sehr neugierig auf Neues und lassen sich sehr gerne darauf ein."
- Klassenlehrerin Christina Wienen
gestalterische Ausdrucksfähigkeit • kunsthistorisches Wissen • bildnerische Planungskompetenz • Reflexions- und Kommunikationsfähigkeit • Team- und Kooperationsfähigkeit • interkulturelle Kompetenz und Symbolverständnis
MUS-E® Künstlerin Clara Ciliox-Schütz führte das Theaterprojekt „Gefühle“ mit der Klasse 2a durch. Ziel war es, die Kinder spielerisch an die Darstellung von Emotionen und szenischem Ausdruck heranzuführen. Jede Einheit begann mit einem Begrüßungsritual, das die Schüler:innen auf die kommenden Theaterübungen einstimmte. Ein besonderer Fokus lag auf der körperlichen und mimischen Darstellung von Gefühlen wie Freude, Angst oder Wut. In kleinen Gruppen entwickelten die Kinder Standbilder, die als Grundlage für kurze Geschichten dienten. Dabei trainierten sie ihre Fähigkeit, Emotionen durch Gestik, Mimik und Körperhaltung präzise auszudrücken. Eine besondere Herausforderung stellte die Übung dar, Gefühle in Zeitlupe zu wechseln, wodurch Konzentration und Körperkontrolle geschult wurden. Während der Proben entstanden kurze Szenen, die die Kinder mit Erzählern und Standbildern präsentierten. Durch regelmäßige Reflexionen konnten sie ihre Fortschritte erkennen und ihre Ausdrucksstärke weiterentwickeln. Das Theaterprojekt förderte nicht nur die Kreativität und Ausdrucksfähigkeit, sondern stärkte auch das soziale Miteinander und die Teamfähigkeit der Klasse. Den Höhepunkt bildete eine Werkschau, bei der die erarbeiteten Geschichten und Emotionen präsentiert wurden.
Gemeinschaftsgefühl • Verlass aufeinander • Steigerung der Kreativität • Spaß haben
In der Klasse 2b verwandelte MUS-E® Künstlerin Dany Lahdo das Klassenzimmer in eine Bühne für Rhythmus und Bewegung. Die Kinder erlernten zunächst die Grundlagen des Hip-Hop-Tanzes, gefolgt von Breakdance-Elementen und Freestyle-Sequenzen. Trotz anfänglicher Zurückhaltung entwickelten sie schnell Begeisterung und nahmen die Herausforderung mit Ehrgeiz an. Gemeinsam wurde eine vierminütige Show erarbeitet, bei der jede:r eine wichtige Rolle spielte. Durch das Training und die Vorbereitung auf den Auftritt wuchs nicht nur das tänzerische Können, sondern auch das Gemeinschaftsgefühl. Der Höhepunkt des Projekts war die Aufführung, bei der die Kinder mit Stolz ihre Choreografie präsentierten und den Applaus sichtlich genossen.
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